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Nordwand

Deutschland/Österreich/Schweiz 2008

 

 

Knapp 4.000 Meter hoch ist der Eiger in den Berner Alpen – und seine Nordwand eine Bergsteiger-Legende. Die Route durch die berühmt-berüchtigte Wand ist lang, anstrengend und gefährlich, von Lawinen und Steinschlag bedroht. Heute eher alpinistischer Durchschnitt, war es vor 80 Jahren eine der größten Heraus-forderungen und die Erstbesteigung ein Prestige-Unternehmen. Im Juli 1936 machen sich die deutschen Kletterer Toni Kurz und Andi Hinterstoißer auf den Weg zum Gipfel: Schaffen sie es, winkt als Belohnung nicht nur der ersehnte soziale Aufstieg, sondern auch olympisches Gold. Während ihrer Vorbereitungen am Fuße der Nordwand kommt es zu einer überraschenden Begegnung mit Tonis Jugendliebe Luise, die als Journalistin an der Seite eines nazitreuen Reporters über den deutschen Triumph berichten soll. Gefolgt von zwei Österreichern, läuft anfangs alles bestens, doch dann wird einer durch Steinschlag am Kopf verletzt, das Wetter schlägt um, die vier Alpinisten werden zur Umkehr gezwungen. Es hat den Anschein, als wäre die Wand unbezwingbar.
Nach einer wahren Geschichte: ein Drama vor einzigartiger Kulisse.

Fotos: Majestic Filmverleih


 

Themen

(deutsche) Geschichte, Abenteuer, Bergsteigen, Drittes Reich, Extremsport, Freundschaft, Liebe, Selbstüberwindung, Werte

 

Fächer

Deutsch, Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde, Politische Bildung, Sport

 

Kritikerstimmen

»Der Film ist virtuos inszeniert und montiert: Als Zuschauer hängt man in diesem zweistündigen Kletterparcours mitten in der Wand, fröstelt und fiebert mit, obwohl am Ausgang der Geschichte natürlich nicht zu rütteln ist […] Der Eiger erstrahlt in ›Nordwand‹ selbst da, wo Sequenzen aus dem Kältestudio eingefügt wurden, in mörderischer Grösse.«
Hans Jürg Zinsli, Berner Zeitung

»Philipp Stölzl hat einen packenden Kinofilm über die Tragödie am Eiger-Gipfel im Jahr 1936 gedreht. Damit knüpft er in ›Nordwand‹ an die urdeutsche Tradition der Bergfilme an. Obendrein kann man Benno Fürmann erleben, wie er eine der schönsten Liebeserklärun-gen der Filmgeschichte macht […] ›Nordwand‹ ist ein großer Film über Menschlichkeit und Nächstenliebe. Das war nicht unbedingt zu erwarten in diesem Genre. Philipp Stölzl hat es kühn erweitert.«
Peter Zander, Berliner Morgenpost

»›Nordwand‹ setzt sich vor allem ästhetisch von seinen Vorbildern ab. Anstelle von idyllischen Bergpanoramen und hohlem Pathos dominieren den Film semi-dokumentarische Aufnahmen, die den Zuschauer dem Gefühl ausliefern, mit am Seil zu hängen.«
Dominik Kamalzadeh, Der Standard, Wien

»Der Berg ruft nicht, er brüllt. Knochen bersten, Gliedmaßen erfrieren, Lawinen reißen alle Hoffnungen in die Tiefe. Heldenhaft stirbt hier keiner. Der Zuschauer braucht sich nicht mehr, wie noch bei Luis Trenker, mit dem heroischen Einzelnen zu identifizieren, sondern kann sich an den Schauwerten selbst ergötzen: Darin liegt die eigentliche Modernisierung dieses Genres durch Stölzl.«
Dietmar Kammerer, taz, Berlin

»Selbst wer meint, Stölzl nutze das pittoreske Alpen-Panorama für eine touristische Bewerbungsmappe, sieht sich getäuscht. Mit der idealisierenden Sicht auf die Bergwelt wie sie von Luis Trenker oder Arnold Fanck betrieben wurde, hat sein Film kaum etwas gemein. Nur zu Beginn, als Kurz und Hinterstoisser praktisch zum Aufwärmen einen anderen Berg erklimmen und vom Gipfel aus den Blick auf das sonnenüberflutete Alpen-Panorama genießen, eignen sich die Bilder als romantisches Fotomotiv.«
Marcus Wessel, critic.de

»So richtig falsch hat Regisseur Stölzl eigentlich nichts gemacht, als er sich dem Bergfilm zuwandte und damit ein urdeutsches Filmsujet aufgriff. Mit stellenweise atemberaubenden Aufnahmen und einer Geschichte vom Kampf mit dem Berg und einer eingeschworenen Kameradschaft, bei der das Leben jedes einzelnen am Seil der anderen hängt, hat er sogar alles richtig gemacht. Er ist nicht der Versuchung erlegen, einen Heimatfilm zu inszenieren, sondern präsentiert einen lupenreinen Bergfilm in der Tradition von Arnold Fanck, Leni Riefenstahl und Luis Trenker – und genau hier liegt auch das Problem. ›Nordwand‹ ist auf eigentümliche Weise und völlig ungebrochen seiner filmischen Erzählzeit verhaftet; der Film feiert Manneskraft und deutschen Heldenmut, Opferbereitschaft und Durchsetzungswillen.« 

Hans Messias, film-dienst, Bonn



zuletzt aktualisiert am 19.11.2015

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