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La Buena Vida – Das gute Leben

Deutschland 2015

 

 

Was macht es aus, das gute Leben? Für die Wayúu, ein indigenes Volk im Nordosten Kolumbiens, ist es die Unabhängigkeit auf dem fruchtbaren Land ihrer Vorfahren. Genau das aber soll ihnen genommen werden, mit dem Versprechen auf bessere Lebensbedingungen, den Fortschritt. »El-Cerrejón«, das größte Steinkohletagebau-Projekt der Welt, frisst ein immer riesigeres Loch in die Landschaft. Der Betreiber, hinter dem drei ausländische Konzerne stehen, drängt auf die Umsiedlung der Wayúu. Ein energischer junger Stammesführer fordert die Mitbestimmung der Dorfgemeinschaft und organisiert den Widerstand. Einfühlsam und unaufdringlich beobachtend, dokumentiert der Film einen ungleichen Kampf und zeigt die globalen Zusammenhänge auf: »El-Cerrejón« exportiert in alle Welt. Vor allem auch nach Deutschland, dessen Bedarf an schwarzem Gold durch den ökologisch vernünftigen Ausstieg aus eigener Steinkohleförderung gestiegen ist. Was ist es uns also wert, das gute Leben? 

Fotos: Camino Filmverleih, Stuttgart

Webseite des Films

 

Themen

ethnische und kulturelle Diversität, Energiepolitik, Fortschritt, Globalisierung, Heimat, Identität, indigene Völker, Kohleexport, Latein- und Südamerika, Ökologie, Recht und Gerechtigkeit, Umweltschädigung, Wachstum, Wasserversorgung, Werte, Widerstand, Zwangsumsiedlung

 

Fächer

Deutsch, Geografie, Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde, Politische Bildung, Spanisch, Wirtschaft-Arbeit-Technik

 

Kritikerstimmen

»Dramaturgisch folgt der Film dem Countdown von den ersten Verhandlungen bis zum Tag der Umsiedlung. Was die Dokumentation von vielen anderen wohlmeinenden Produktionen zum Thema ›Globalisierung‹ positiv hervorhebt, ist in erster Linie ihre dezidiert filmische Art, in der der deutsche Dokumentarfilmer Jens Schanze immer wieder bewegende Einstellungen und Bilder findet, die allerdings nie in Rührseligkeit abgleiten.« 
Reinhard Lüke, film-dienst, Bonn 

»Es gilt: für jeden deutschen Stromverbraucher sollte es Pflicht sein, diesen Film anzuschauen! Denn die Kausalkette, was wir mit dem Betätigen des Stromschalters in Deutschland im fernen Kolumbien bewirken, die wird in diesem Film erzählt. Jemand muss etwas ändern: Glencore muss fairer werden oder wir sollten beim Stromverbrauch sparen; bei letzterem kann jeder selber ansetzen, denn die Verbrennung der Kohle ist nach heutigen Erkenntnissen nicht im Interesse des Klimaschutzes.«
Stefe, filmjournalisten.de

»Es braucht keine wertenden Kommentare aus dem Off, keine suggestiven Interviews, die Kamera allein beobachtet, der Schnitt erledigt den Rest. Kontrastiert werden Aufnahmen unberührter Natur mit solchen der Zerstörung. Die Versprechen der Konzern-vertreter erscheinen zynisch, da sie der ernüchternden Wirklichkeit gegenübergestellt werden. Bisher ist es in Deutschland und anderen Ländern bei halbherzigen Absichtserklärungen geblieben, Verantwortung für die Herkunftswege importierter Rohstoffe zu übernehmen […] Um den Druck auf Politik und Wirtschaft zu erhöhen, braucht es Öffentlichkeit. Filme wie dieser … können sie schaffen.«
Sabrina Wagner, Der Tagesspiegel, Berlin

»Es ist schamlos, wie die Gutgläubigkeit der Dorfbewohner von den Firmenvertretern ausgenutzt wird. Für das große Geschäft sind die Konzerne nicht einmal bereit, auch nur kleine Versprechen einzuhalten. Am Ende sind die Vorkommnisse in diesem und vielen anderen Dörfern dieser Region unmittelbar verbunden mit unserem Alltag. Die Kohle, die auf dem Land dieser Menschen abgebaut werden soll, wird später in europäischen Kraftwerken verheizt, sie ist der Strom auch aus deutschen Steckdosen. Die Kunst dieses Dokumentarfilms ist es, zu berühren und aufzurütteln, ohne dabei zu belehren.«
Heiko Rauber, Bayerischer Rundfunk (kinokino)

»Der Film zeigt auf eine stille, beobachtende Art und Weise, wie den Mitgliedern der von Umsiedlung betroffenen indigenen Gemeinde Tamaquito durch das Kohlebergbauunternehmen ein ›besseres Leben‹ versprochen wird – und wie wenig dieses Versprechen eingehalten wird. Ein einfühlsamer Film, der den Menschen in der Gemeinde Tamaquito großen Respekt und Bewunderung entgegenbringt für ihren Mut, ihre Rechte einzufordern und für ihren Zusammenhalt in einer Umgebung, die ein gutes Leben zunehmend unmöglich werden lässt.

Wir als Verbraucher und Verbraucherinnen sollten dies im Auge behalten, wenn wir Licht, Fernseher und Computer einschalten. Und es ist unsere Aufgabe, die Energielieferanten danach zu fragen, was sie für die Einhaltung der Menschenrechte in ihrer Wertschöpfungskette tun.«
Susanne Breuer (MISEREOR),
Sabine Minninger, Ute Straub (Brot für die Welt)



zuletzt aktualisiert am 25.11.2015

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