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Victoria

Deutschland 2015

 

 

Berlin: The place to be. Auch für Victoria, die aus Spanien in die deutsche Hauptstadt gekommen ist, um hier ihr Glück zu versuchen. Nach einer durchtanzten Nacht trifft sie vor dem Club vier »echte Berliner«, von denen einer nicht lockerlässt und in herzlich-charmantem, radebrechendem Englisch ihre Dienste als Stadtführer anbietet. Victoria ist neugierig und irgendwie angetan von Sonne, Boxer, Blinker und Fuß. Sie zieht mit ihnen um die Häuser, hinauf auf ein Dach mit grandiosem Ausblick, unter ihnen der bald erwachende Moloch Berlin. Als sich im Morgengrauen eine Romanze zwischen Victoria und Sonne anbahnt, nimmt die Geschichte eine radikale Wende. Die Partynacht geht über in einen harten Großstadt-Krimi: Victoria wird völlig überraschend, aber neugierig-bereit zur Mitwirkenden an einem Banküberfall, den die Jungs in solidarischer Verkettung durchziehen müssen, um eine dubiose Schuld zu begleichen. 

Atemlos, aufregend, absolut außergewöhnlich – und anders als alle anderen: ein Film in einer einzigen langen Einstellung, ungeschnitten. Wie haben die das bloß gemacht? Filme sehen lernen!

Fotos: Senator Film Verleih, Berlin


 

Themen

Erwachsenwerden, Filmgeschichte, Filmproduktion, Filmsprache, Freiheit, Freundschaft, Gruppendruck, Gruppenzugehörigkeit, Heimat, Identität, Jugendkultur, Kommunikation, Lebenskonzepte, Liebe, Vertrauen, Werte

 

Fächer

Deutsch, Kunsterziehung, Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde, Musik

 

Kritikerstimmen

»›Victoria‹ ist damit die schönste Überraschung des deutschen Kinos seit Jahren: ein ungemein mutiger, schöner Film, der von seiner Intensität ebenso lebt wie von seinen Figuren, ihrer existentiellen Verlassenheit und der Verbindung, die sie mit Berlin eingehen, mit der Nacht der Metropole. Hier pulsiert sie endlich, die so oft vermisste Aura des Kinos. Am Anfang war die Nacht, jetzt ist es Tag und Victoria verschwindet in dessen Licht, ins Offene.«
Rüdiger Suchsland, film-dienst, Bonn 

»›Victoria‹ ist nicht nur der beste Berlin-Film und der beste Coming-of-Age-Film seit langem. Er ist auch das Zeugnis einer atemberaubenden kinematografischen Kraftanstrengung […] So sind Liebe und Angst, Gewalt und Vertrauen, Zukunftswillen und auswegloses Jetzt unentwirrbar ineinander verschränkt: In der Einheit von Raum und Zeit, die dieser Film seinen Figuren und Betrachtern aufzwingt, erschafft er sich eine ganz eigene Zeit und Welt; und doch spiegelt unsere Gegenwart darin sich in allgemein gültigster Weise wider.«
Jens Balzer, Berliner Zeitung

»Das wahrhaft Verrückte: der ganze Film wurde in einem Stück gedreht, ohne nachträgliche Schnitte […] Kann daraus mehr als filmischer Leerlauf entstehen? Ja, es ist wundersam: Dieser Film ist wie ein eiskalter Rausch, ein einziger Sog, der seinen Rhythmus wie von selbst zu finden scheint. Ein weit in Regionen von Traum und Tod ausgreifender Mythos des neuen nächtlichen Berlin, ebenso schön wie gewaltsam! […] Ein Thriller durchaus, zugleich aber auch ein Hohelied auf die Verführung und ein Klagegesang auf deren Opfer. Zudem ein kluger Essay über die Zeit, die rasende und die stillstehende. Eindrucksvoll.« 

Gunnar Decker, Neues Deutschland, Berlin

»›Victoria‹ entdeckt seine unverbrauchten Mittel um vieles ruhiger, konziser und atmosphärischer, als es die wackligen Bilder der Dogma-Filme forderten. Nils Frahms leise, gegenläufige Musik setzt melancholische Akzente, wo gängige Berlin-Party-Filme nur wummernde Bässe dröhnen lassen. Wie in einem Durchlauferhitzer der Gefühle erzählt der Film vom Erwachsenwerden.«
Claudia Lenssen, taz, Berlin

»Also redet der Film, redet Sonne ohne Unterlass. Schippers Film ist groß darin, dieses Sprechen zu inszenieren, und Frederick Lau spielt mit Sonne, einem Berliner Ganoven, die Rolle seines Lebens – er ist auf diese Typen abonniert, die mal stulliger, mal aggressiver, oder, wie hier, mal liebenswürdiger sind, denen aber häufig nur der Platz bleibt, den ein Klischee ausfüllen kann. Sonne hat in Victoria dagegen Raum für alle Kleinigkeiten: das Aufschneiderische, Angetrunkene, das im angetrunkenen Zustand ständig Kippe und Bierflasche Haltende, das Flirtende, das mangelhaft trotzdem drauflosplappernde Englisch. ›I’m just tsinking.‹«
Matthias Dell, der Freitag, Berlin



zuletzt aktualisiert am 25.11.2015

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