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Willkommen auf Deutsch

Deutschland 2015

 

 

Die Zahlen im Film sind von gestern, aber die Fragen und Probleme von heute und morgen: Wie viele Flüchtlinge kann Deutschland aufnehmen? Wann ist das Boot voll? Was heißt Willkommens- und was Leitkultur? Wie werden wir uns verstehen und miteinander auskommen? Was wollen wir geben, was müssen wir fordern?
Als der Film entstand, sollten in Appel, einer niedersächsischen Dorf-Idylle, 53 junge Männer aufgenommen werden. Der Landkreis wollte sie im leerstehenden Alten- und Pflegeheim einquartieren, eine Bürgerinitiative war dagegen. Sie befürchtete, die 53 wären »sozial nicht verträglich« für den kleinen Ort. Der Protest hatte Erfolg, die ersten Flüchtlinge aus Albanien und Syrien bezogen Zimmer im Gasthof »Deutsches Haus«. 

Der Film bringt uns die Schicksale einiger Geflohener – aus Tschetschenien und Pakistan – einfühlsam nahe, zeigt resolute private Hilfe und mühsame öffentliche Verwaltung. Beim Sehen wächst mit der Emotion die Erkenntnis: Wir dürfen uns nicht verschließen – und können noch viel voneinander lernen!

Fotos: Brown Sugar Films, Hamburg


 

Themen

andere Kulturen, Asyl, Bürgerinitiativen, Demokratie, Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik, Familie, Flucht/Vertreibung, Heimat, Identität, Integration, Lebensentwürfe, Menschenrechte, Migration, multikulturelle Gesellschaft, Sozialarbeit, Toleranz, Vorurteile, Werte, Zivilcourage, Zukunftsperspektiven

 

Fächer

Deutsch, Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde, Politische Bildung, Psychologie, Sozialkunde

 

Kritikerstimmen

»Zwischen Verständigung, solidarischer Hilfe und dumpfen Ressentiments scheint alles möglich – so entsteht im Mikrokosmos eines Dorfes ein außergewöhnlich gut beobachtetes Gesellschaftsporträt.«
Christian Berndt, Deutschlandradio Kultur

»Der beobachtende Film gewichtet die positiven, um Verständnis bemühten Stimmen, sowohl aus dem Kreis der Einheimischen als auch auf Seiten der Neuankömmlinge, stärker. Aber dass die Hardliner und die in Vorurteilen, oder in Enttäuschung Gefangenen nicht häufiger zu Wort kommen, ist vielleicht gar kein Manko. Denn so sachlich und ruhig der Film auch wirkt, er hat durchaus eine Botschaft: Es gibt in Deutschland eine – wenn auch noch stark ausbaufähige - Willkommenskultur, und viele Flüchtlinge, die es hierher schaffen, sind hochmotiviert, sich so schnell wie möglich in diese Gesellschaft zu integrieren.«

Bianka Piringer, spielfilm.de

»Auch wenn das Erzählte nicht unbedingt an Charles Dickens erinnert, ist es eine Geschichte aus zwei Städten: Neben Appel, wo die Asylanten in einem ehemaligen Altenpflegeheim untergebracht werden sollen, geht es auch um die Gemeinde Tespe, in der bereits sieben Flüchtlinge aus Tschetschenien leben. Beide liegen im Landkreis Harburg in Niedersachsen, die Bewohner sprechen mit norddeutschem Akzent. Gezeigt werden Gesprächsrunden und politische Sitzungen, Flüchtlingstreffen und einfacher Alltag, sowohl von Migranten als auch von Einheimischen.«
Lucas Barwenczik, kino-zeit.de

»Dennoch macht der Film dem Zuschauer die Gut/Böse-Kategorisierung dankenswerterweise nicht ganz so einfach. Denn man muss nicht zwingend Ausländerfeind sein, um die Unterbringung von 53 Flüchtlingen in einem kleinen Dorf ohne Infrastruktur zu hinterfragen. Zudem machen die Appelner ein Gegenangebot. Eine weitere Erkenntnis des Films ist, dass es aufseiten der Behörden trotz der monströsen Bürokratie Spielräume gibt, die beherzte Beamte wie Kaminski auch nutzen. Doch das sind Ausnahmen. Die Situation von Flüchtlingen in Deutschland bleibt problematisch, auch weil die Politik weiterhin Reformen verschleppt. Und so kommt der Film am Ende auch zum gleichen Schluss wie schon ›Wadim‹ vor vier Jahren. Sozialfachbereichsleiter Kaminski spricht es aus: ›Das Ausländerrecht bedarf einer umfassenden Reform.‹«
Sebastian Hofer, spiegel-online.de

»Gerade dank des differenzierten Ansatzes ist ›Willkommen auf Deutsch‹ sehenswert, zumal Wendler und Rau auch den Nöten der Verwaltung gerecht werden. Der Film ist in jeder Hinsicht ausgewogen, bringt aber trotzdem die Haltung der Autoren deutlich zum Ausdruck. Die Machart ist allerdings ausgesprochen konventionell. Abgesehen vom Musikeinsatz und dem Verzicht auf einen Kommentar entspricht die Machtart bis hin zu den Interviews beim Autofahren dem Standard gängiger TV-Produktionen.«

Tilmann P. Gangloff, Frankfurter Rundschau





zuletzt aktualisiert am 25.11.2015

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