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Hördur – Zwischen den Welten

Deutschland 2015

 

 

Seit dem Tod ihrer Mutter geht es für die 17-jährige Deutschtürkin Aylin nur noch bergab. Ihr Vater, ein verzweifelt um Aufträge kämpfender Handwerker, erwartet von der Tochter, dass sie den Haushalt schmeißt und für den kleinen Bruder sorgt. In der Schule trägt sie als Außenseiterin ihre traurige Mine zur Schau und wird von den anderen als »Psycho« verhöhnt. Die Beherrschung verlierend, prügelt Aylin die Wort- und Anführerin der Mobbing-Attacken krankenhausreif. Zur Strafe und Bewährung werden ihr Arbeitsstunden auf einem Reiterhof aufgebrummt. Die eher lustlos begonnene sozialtherapeutische Maßnahme wird jedoch Aylins große Chance. Durch die nie erwartete tiefe Beziehung zum wilden Islandpferd ›Hördur‹ entdeckt das Mädchen die Leidenschaft für Pferde und das Talent zum Reiten. Aber »Türkinnen reiten nicht«, begründet der Vater sein kategorisches Verbot und beschließt sogar den Familienumzug in seine alte Heimat. 

Rück- oder Fortschritt, eine schwere Entscheidung zwischen Gehorsam und Auflehnung – und weit mehr als ein üblicher Mädchen-Pferdefilm.

Fotos: NFP marketing & distribution


 

Themen

Außenseiter, Autorität, Disziplin, Durchhaltevermögen, Erwachsenwerden, Familie, Familien- und Generationsbeziehungen, Gehorsam, Geschlechterrollen, Heimat, Identität, Migration, Persönlichkeitsentwicklung, Pferde, Reitsport, Schulmobbing, Selbstfindung, Selbstverwirklichung, Sozialarbeit, Tiere im Film, Toleranz, Vertrauen, Vorurteile

 

Fächer

Deutsch, Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde, Pädagogik, Psychologie, Sozialkunde

 

Kritikerstimmen

»Die sensible Kameraführung, die auf den Punkt kommende Regie, und die überzeugende filmische Arbeit mit dem Pferd lassen den Film über die üblichen Pferdefilmmuster hinauswachsen. Und vor allem: So viele Filme, die im deutsch-türkischen Milieu spielen, ohne dieses als Besonderheit auszureizen, gibt es nicht im deutschen Kino. Allein dafür hat Hördur alle Achtung verdient – als Beitrag zur vielbeschworenen Integration, indem er nämlich den so häufig postulierten culture clash nicht einmal ansatzweise thematisiert.«
Harald Mühlbeyer, kino-zeit.de

»Ekrem Ergün nimmt sich in seinem Spielfilmdebüt ausreichend Zeit, die Gefühlslagen der Figuren und die kleinen Veränderungen in den Beziehungen zu erzählen, ohne alles sofort verbalisieren und erklären zu müssen. Situationen werden langsam aufgebaut und bisweilen auch überraschend aufgelöst. Dieser feinfühligen Inszenierung und der großartigen Schauspielführung ist zu verdanken, dass ›Hördur‹ nicht als überfrachteter Problemfilm, sondern als berührendes Coming-of-Age-Drama in Erinnerung bleibt.«
Natália Wiedmann, film-dienst, Bonn

»Umso stärker aber positioniert Ergün seinen Film als Coming-of-Age-Geschichte, in der die Protagonistin ihre eigene Stimme findet. Diesen Weg schildert Ergün so leidenschaftlich und überzeugend, dass sein Film wie eine Motivationsvorlage für junge Migrantinnen wirkt. Ergün fordert von dieser Generation weniger eine Anpassung an die Verhältnisse als vielmehr Respekt für ihre Leidenschaften und Interessen. ›Ich glaube an Dich‹, lautet der entscheidende Satz. Aylin muss ihn nicht von irgendjemandem hören, sondern von ihrem Vater.«
Oliver Kaever, Die Zeit, Hamburg

»Ein spannendes, mitreißendes und klug erzähltes Coming-of-Age-Drama mit einer starken jungen Heldin, die ihren eigenen Weg findet. Zwischen allen Welten, Kulturen und Überzeugungen. Hochaktuell, einfühlsam und überzeugend inszeniert.«
Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)



zuletzt aktualisiert am 04.11.2015

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