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Vielen Dank für nichts

Schweiz/Deutschland 2013

 

 

Vom Snowboard zum Rollstuhl: ein drastischer Wechsel der Fortbewegung, nicht nur in punkto Geschwindigkeit. Nach einem Unfall findet sich Valentin in einem Sanatorium wieder, wo ihm Atmosphäre und Mitbewohner ganz und gar nicht gefallen. Auf ein Theaterprojekt mit Behinderten hat er erst recht keinen Bock. Einziger Lichtblick in seiner tristen Lage ist die – leider schon vergebene – Pflegerin Mira. Ihren gesunden, gutaussehenden Lover aus dem Weg zu räumen, dafür hat Valentin einen Plan – und bald auch Lukas und Titus als zwar behinderte, aber höchste fidele Komplizen an seiner Seite. Das Trio macht mobil, überschreitet die Grenzen und zieht das Ding in Gangstermanier gemeinsam durch. Dürfen die das? Aber ja! Das Lachen über Behinderte führt zum Nachdenken über sich selbst! 

Fotos: Camino Filmverleih


 

Themen

Außenseiter, Behinderung, Diskriminierung, Freundschaft, Identität, Inklusion, Krankheit, Liebe, Solidarität, Sozialarbeit, Verantwortung, Vorurteile

 

Fächer

Darstellen und Gestalten, Darstellendes Spiel, Deutsch, fächerübergreifend, Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde, Psychologie

 

Kritikerstimmen

»›Vielen Dank für Nichts‹ gehört zu einer neuen Generation von Filmen, die sich nicht mehr damit begnügen, tränenreich von Behinderten zu erzählen. In diesem Sinne sind es durchaus ›Behinderten-Filme‹ und nicht Sozial-Kitsch über ›Menschen mit Einschränkungen‹. Sie wollen zeigen, dass Behinderte keine windelweichen, politisch korrekten Sprachregelungen brauchen, sondern echtes Interesse für ihre mal schwierige, mal schöne Lebenssituation.«
Oliver Kaever, Zeit online

»Der Plot entwickelt sich zu einem paralympischen Krimi mit politisch nicht immer korrekten Glanzlichtern. Klauen die drei Rollis ein wertvolles Kruzifix, um mit dem Erlös eine Waffe zu kaufen, dann erscheint diese Szene wie eine andere Art von Prozession. Integration ist nie schmerzfrei und führt nicht zu einem harmonischen Miteinander von Behinderten und Normalen: Diese Botschaft packen Hillebrand und Paulus in einen erfrischend schrägen Film über Behinderte, in dem auch Hamlets ›Sein oder Nichtsein‹ aus einer neuen Perspektive beleuchtet wird.« 

Manfred Riepe, epd Film, Frankfurt/Main

»Sie sorgen aber 90 Minuten lang für Überraschungen. In ihre wilde Mischung aus Buddy-Komödie, Romanze und Groteske fügt sich auch die etwas diffuse abschließende Theater-Aufführung der Tragödie ›Hamlet‹ nahtlos. Denn das Ensemble aus Schauspielern und Laien ist bestens aufgelegt. Es spiegelt den provozierenden Schwung der begleitenden Songs von ›Ärzte‹-Sänger Rodrigo Gonzáles. 
Dorothee Tackmann, programmkino.de

»Ich bin aber der Meinung und glaube im Sinne aller Behinderten zu sprechen: Wer allgemeine Gleichberechtigung verlangt, möchte mit seinen Eigenheiten auf die Schippe genommen werden wie jeder andere auch. Komik und humorvolle Situationen gibt es im Rollstuhl zur Genüge. Mir möchte es bitte keiner verwehren, über mich selbst zu lachen – und andere dürfen es dann natürlich ebenfalls. Oder gibt es dafür ein Privileg? [...] Ein großartiger, wahrhaftiger Film zeigt uns, dass Inklusion nicht nur ein Reizwort ist, eine UN-Konvention. Und auch hier zeigt sich wieder: Humor ist der Schlüssel, um die sperrigste Tür zu öffnen.« 
Reiner Pilz, Die Welt, Berlin



zuletzt aktualisiert am 04.11.2014

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