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Her
Her

USA 2013

 

 

Ein beziehungsgestörter, unglücklicher Mann diktiert im Auftrag seiner Kunden wohlfeile Worte in den Rechner, der sie in handschriftliche Briefe umwandelt, die dann den Empfängern der romantischen oder traurigen Botschaften zugestellt werden. Der Mann verfällt der schönen Stimme seines Sofware-Programms und verliebt sich in die virtuelle Frau. So die realistisch-verrückte Geschichte, die in einem Los Angeles der nahen Zukunft spielt, aber größtenteils im heutigen Shanghai gedreht wurde. Für die Vorbereitung reiste ein Recherche-Team rund um die Welt, um Bilder moderner Architektur zu sammeln. Ausgehend von der Gegenwart, wurden dann Visionen der Zukunft entworfen. Ihr Look und ihre Atmosphäre sind durch subtile Veränderungen der Realität weniger futuristisch, sondern praktisch schon zum Greifen nahe.

Fotos: Warner Bros. Germany

 

Themen

Architektur, Außenseiter, Einsamkeit, Gefühle, Identität, Kommunikation, künstliche Intelligenz, Liebe, Online-Foren, Technikfortschritt, Utopien, Zukunftsperspektiven

 

Fächer

Deutsch, Informatik, Kommunikation und Technik, Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde, Philosophie, Psychologie

 

Kritikerstimmen

»›Her‹ ist einmal mehr ein Versuch über die Ordnung der Gefühle im technischen Zeitalter. Und das halb futuristische, halb retrokomfortable Design des Films weist die Richtung des prinzipiellen Verdachts, auf den Jonze hinauswill: Mit den neuen und gar mit den kommenden technischen Regimes wird es die Liebe nicht leichter haben.«
Bert Rebhandl, taz, Berlin

»Man kann es auch digitales Zombietum nennen oder Transformation des Menschseins. Beides ist im Hintergrund, unter dem Zuckerguss der romantischen Komödie, immer vorhanden. Man kann sich wahrscheinlich darauf einigen, dass es schon lange keinem Film mehr geglückt ist, eine derartig komplexe Menschheitsfrage in eine derart bittersüße, melancholische Hülle zu verpacken, ohne sie dabei zu trivialisieren. ›Her‹ ist betörend schön, formal brillant, eine philosophische Herausforderung. Und, jawohl, es gibt ein Happy End.« 

Hans-Georg Rodek, Die Welt, Berlin

»Mit seinem Geniestreich unterwandert Spike Jonze die Grenzen von Natürlichkeit und Künstlichkeit und treibt damit das latente libidinöse Begehren, das der Mensch zur Maschine unterhält, auf die Spitze – ohne sich einem Kulturpessimismus zu unterwerfen. ›Her‹ ist gleichzeitig subtile Technologiekritik und technophile Bestandsaufnahme.«
Marietta Steinhart, ray – Filmmagazin, Wien

»›Her‹ ist ein Film, der das Visuelle und Akustische oft trennt, jedoch in beiden Bereichen brilliert. […] Spezialeffekte gehören zum Genre Science Fiction ja dazu, aber die besten Spezialeffekte sind seit Beginn der Filmgeschichte jene, die man nicht nur nicht als solche erkennt, sondern bei denen man nicht mal erkennt, dass es welche sind. Und bei ›Her‹ kann man sich die ganze Zeit an den Hintergründen sattsehen, die wirklich visionär sind.«
Thomas Vorwerk, satt.org

»Ein Liebespaar der fast körperlosen Sehnsucht, gegen jede Chance. Irrwitziger und zugleich subtiler Höhepunkt: wenn eine verzweifelte Samantha eine echte Frau per Internet auswählt und quasi als Körper-Avatar zu einem Sexrendezvous mit Theodore schickt. Diese echte Frau will dabei nichts anderes, als am bald gefährdeten Glück von Theodore und Samantha teilnehmen. Spike Jonzes hypnotischer, schwindelerregender Film, eine leise-ironische Studie in Sachen Sehnsucht, lässt den Zuschauer, einen weiteren Teilnehmer dieses Glücks, verstört und verzaubert zurück.« 
Hans Schifferle, Jüdische Allgemeine, Berlin

»Eifersucht macht im Gesicht viel Arbeit. Glück auch. Beides teilt der Welt die unter allem oberflächlich andressierten Gleichmut des Ausdrucks schwer arbeitende Mimik von Joaquin Phoenix mit, wenn dieser Schauspieler in ›Her‹ von der Kamera immer wieder hautnah, wenn auch nie distanzlos betrachtet wird. Die kompliziertesten Gemütsregungen kann man dem Mann da von winzigsten Zuckungen ablesen, ohne sie je teilen zu müssen - erstaunlich, befremdlich, entzückend.«
Dietmar Dath, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Phoenix fasziniert mit überzeugender Verletzlichkeit. Etwas ähnlich Merkwürdigeres wurde lange nicht so gut gespielt: Theodores Verblüffung über die faszinierende Klugheit des Systems und die Verwunderung über die eigene Bereitschaft, sich mit einer Computerstimme anzufreunden, sich tatsächlich sehenden Auges in diese verrückte Affäre hineinziehen zu lassen. Und ehe man sich’s versieht, ist man als Zuschauer bereit, diese doch sehr unmögliche Liaison zu akzeptieren, stellt die verrückte Grundkonstellation nicht mehr in Frage und fiebert mit diesem ungleichen ›Paar‹.« 
Tobias Riegel, Neues Deutschland, Berlin





zuletzt aktualisiert am 17.12.2015

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