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Und dann der Regen
También la lluvia

Mexiko / Spanien / Frankreich 2010

 

 

Inhalt

Nicht die Geschichte, aber das tradierte Geschichtsbild möchte ein junger spanischer Filmregisseur revidieren: In drastischer Anschaulichkeit will er mit seinem Spielfilm dem Publikum vorführen, wie sich Kolumbus wirklich den südamerikanischen Subkontinent und dessen Bewohner untertan gemacht hat: Nicht missionarischer Gottesglaube war Antrieb der spanischen Feldzüge, sondern die unersättliche Gier nach Gold. Die hohen künstlerischen und moralischen Ansprüche des Regisseurs kollidieren jedoch von vornherein mit den ökonomischen Möglichkeiten des Produzenten. Der hat sich für das in den Anden liegende bolivianische Cochabamba als Drehort entschieden. Das liegt zwar weit entfernt von Kolumbus’ eigentlichem Ankunftsort an der Karibik, ist jedoch weitaus billiger. Selbst die Gagen der indianischen Statisten für die spektakulären Massenszenen sind hier erschwinglich. Die Kolonialisierung scheint sich damit in paradoxer Weise zu wiederholen. Weniger gewalttätig zwar als vor 500 Jahren, aber noch immer ideologisch und ökonomisch bedingt. Während der Dreharbeiten eskalieren dann soziale Unruhen. Die von der Regierung des ärmsten südamerikanischen Landes beabsichtigte Privatisierung der Wasserversorgung provoziert den »Wasserkrieg von Cochabamba«. Ausgerechnet der indianische Hauptdarsteller des Films ist einer der Anführer der Revolte.

Fiktion und Wirklichkeit: Ein bildgewaltiger, brisanter Brückenschlag zwischen Historie und Gegenwart.

Sebastián es un joven director de cine español que vino a Bolivia a romper con la imagen tradicional de la historia del descubrimiento de América. En un largometraje quiere mostrar la conquista brutal del continente latinoamericano, así cómo también Cristóbal Colón subyugó la tierra y a los indígenas. El motivo de esta misión no era la fe en dios, sino más bien la codicia insaciable por el oro. Por razones económicas se eligió Bolivia como lugar de rodaje. Todo, incluyendo los actores, era más barato. De esta manera, 500 años más tarde se repite la colonización: menos violento pero igual de económico. Durante el rodaje de repente se agudizan disturbios sociales. La privatización del agua que plantea el gobierno provoca un levantamiento. Y justo el protagonista en la película de Sebastián es un cabecilla de la revuelta.

Fotos: Piffl Medien 


 

Themen

Ethik und Moral, Film im Film, Geschichtsfälschung, Gewalt, Identität, Kunst und Politik, Macht, Menschenrechte, Moral, Mythen, Natur, Recht und Unrecht, Wasserpolitik, Werte, Widerstand, Zivilcourage

 

Fächer

Deutsch, Geografie, Geschichte, Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde, Politische Bildung, Spanisch

 

Kritikerstimmen

»›Und dann der Regen‹ ist ein politischer Unterhaltungsfilm. Oder ein unterhaltsamer Politfilm. Er zeigt, dass die Vergangenheit nicht so fern ist, wie man angesichts der spanischen Eroberer des 15. und 16. Jahrhunderts meinen könnte. Und dass die großen moralischen Fragen letztlich immer dieselben bleiben. Ob man nun eine Baseballmütze oder einen Spitzhelm trägt.« 
Katja Nicodemus, NDR Kultur

»In den Händen der spanischen Regisseurin Bollaín ... gelingt ein vielschichtiges, packendes Drama über die Hybris der Mächtigen und letztlich auch den Zustand der Welt.« 
Carsten Happe, Schnitt – Das Filmmagazin, Köln

»Geschickt und effektiv integriert Bollaín ... die Geschichte in der Geschichte und reflektiert überdies die Arbeit mit dem Medium Film.« 
Wolfgang Nierlin, filmgazette.de, Göttingen

»›Und dann der Regen‹ stellt die Frage nach der Verantwortung des Künstlers. Im konkreten Fall, wenn Regisseur und Produzent in dem Zwiespalt stecken, die Probleme ihres Schauspielers zu verstehen, ihn aber für ihr Projekt zu brauchen. Als auch Daniels Tochter in Gefahr gerät, fällt eine Entscheidung. Der Film suggeriert außerdem Fragen nach unserem Verhältnis zur Geschichte: Ist es überhaupt möglich, historisch richtig zu erzählen?« 
Cornelia Geißler, Berliner Zeitung



zuletzt aktualisiert am 11.03.2014

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