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Machuca, mein Freund
Machuca

 

 

 

Inhalt

Santiago de Chile 1973, kurz vor dem Putsch gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Salvador Allende. Pedro Machuca kommt als Neuer in die Klasse von Gonzalo Infante. Einander völlig fremde Welten treffen aufeinander, das Kind armer Leute aus dem Slum sitzt nun neben dem wohl behüteten Oberschichtsspross. Für die Reichen war die linke Volksfront-Regierung der Sündenfall, für die Armen war sie die Verheißung. Demokratie und Gerechtigkeit sollten herrschen, auch im Bildungswesen. Der engagierte Schulleiter der elitären katholischen Jungenschule »Saint Patrick« hatte die Zeichen der Zeit erkannt und bot erstmals auch Söhnen mittelloser Familien kostenfreien Unterricht. Trotz aller Unterschiede wachsen schnell Verständnis und Freundschaft zwischen Gonzalo und Pedro. Mit kindlicher Neugier entdecken sie das jeweils andere Milieu, verlieben sich in dasselbe Mädchen und geraten zu dritt zwischen die politischen Fronten. Nach Pinochets blutigem Putsch erfolgt die Restauration der alten Verhältnisse. Einige Schüler müssen die Elite-Einrichtung wieder verlassen, der nach seinen christlichen Idealen handelnde Pater wird festgenommen und »Saint Patrick« künftig von einem Offizier geleitet. Gonzalo muss mit ansehen, wie seine und Pedros Freundin Silvana bei der Räumung des Elendsviertels erschossen wird. Die Machucas werden wie alle anderen aus dem Slum deportiert, Pinochet will saubere Verhältnisse. Gonzalo kann in seine alte Welt zurückkehren, doch er ahnt und weiß: Es wird nichts mehr so sein wie zuvor.

Eine bittere Erzählung, leidenschaftlich, unversöhnlich, politisch, über den Abschied von der Kindheit und das Ende gesellschaftlicher Hoffnung. Ein großer Film! 

La Unidad Popular del socialista Salvador Allende, significó una gran amenaza para los intereses de las clases acomodadas. Sin embargo, para los pobres trajo muchas esperanzas, iban a gobernar la democracia y la justicia, también en el sistema educativo. El director del colegio católico de varones „Saint Patrick“ de Santiago, supo interpretar las señales de la época. Por primera vez permitió a los hijos de familias pobres estudiar de manera gratuita. Dos mundos totalmente distintos se encontraban de repente en el mismo colegio. Pero entre Gonzalo, el chico de la clase alta, y Pedro Machuca de una barriada popular se desarolla una amistad. Con curiosidad casi inocente van descubriendo el entorno del otro y pronto se encuentran entre dos fuegos. Después del golpe sangriento de Pinochet vuelven los viejos tiempos. Los alumnos que afirman las ideas cristianas liberales de los Padres reciben duros castigos. Una película conmovedora sobre el fin de la niñez y de una esperanza social. 

Fotos: Tiberius Film, München 


 

Themen

(erste) Liebe, Demokratie, Erwachsenwerden, Familie, Ideale, Menschenrechte, Politik, Schule, Sozial- und Bildungssysteme, Verlust eines Menschen, Werte, Widerstand, Zeitgeschichte

 

Fächer

Deutsch, Geschichte, Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde, Politische Bildung, Spanisch

 

Kritikerstimmen

»Ein Film voller wunderbarer Momente, zugleich voller Melancholie. Kino als Lektion der leisen Töne, elegant erzählt, mit hervorragenden Darstellern. Das Portrait eines instabilen Glücks, einer nervösen Welt im Übergang. Andrés Woods für den Auslands-Oscar nominierter Film zeigt zugleich, wie Klassenkonflikte und politische Kämpfe sich anfühlen.«
Rüdiger Suchsland, artechock, München

»In der Genauigkeit der Beobachtung sozialer Phänomene orientiert sie sich [die chilenische Produktion] an den besten Traditionen des lateinamerikanischen Kinos ..., doch zugleich weist sie den abgeklärten Blick einer Geschichtsbetrachtung auf, die wie mit dem Skalpell offenlegt, was einmal das Bild einer Epoche bestimmt hat.« 
Andreas Platthaus, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Statt eindeutig Position zu beziehen, läßt Wood die Unfaßbarkeit des politischen Ganzen mit fast schon lakonischer Ruhe durch die vordergründige Freundschafts-Geschichte hindurchschimmern, bewegt sich Miguel J. Littíns Kamera in einem Zwischenbereich von Subjektivität und Distanz. Die Tränen auf Gonzalos sonst beinah regungslosem Sommersprossengesicht markieren nur die Grenze, von der an das Innenleben Projektion ist, ebenso spekulativ-nah wie die Nachrichtenbilder, die bei Familie Infante im Fernsehen laufen.«
Cosima Lutz, Die Welt, Berlin





zuletzt aktualisiert am 10.03.2014

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