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Soul Boy

Deutschland, Kenia 2010

 

Mitten im heutigen Kibera, Nairobis größtem Slum, spielt ein außergewöhnlicher afrikanischer Kinderfilm, der sozialen Realismus und eine märchenhafte Geschichte zusammenführt. Abila, ein 14-jähriger Junge, möchte unbedingt seinem Vater helfen, der eines Tages vorgibt, für immer seine Seele verloren zu haben. Die Mutter führt das Lamento ihres Ex-Mannes eher auf ein Übermaß an Alkohol zurück, aber Abila will sich mit dieser Erklärung nicht zufriedengeben. Zu ernst scheint ihm die Lage des Vaters. Auf der Suche nach Rat wird er zu einer der mythenumwobenen Geisterfrauen – halb Mensch, halb Tier – seines Volkes geschickt. Eigentlich könne nur ein erwachsener Mann die Seele seines Vaters retten, sagt ihm diese Nyawawa, aber letztlich gibt sie Abila eine Chance und stellt ihm sieben Aufgaben. Viel Zeit bleibt ihm allerdings nicht, bis zum Anbruch des nächsten Tages muss er sie gelöst haben. Ein Sonnensymbol wird ihn dabei leiten und seine Freundin Shiku ihm helfen, auch wenn das Abila manchmal gar nicht so recht ist – denn Shiku gehört nicht nur einer anderen Volksgruppe an als er und seine Freunde, sondern ist auch noch ein Mädchen.
 
Der Film entstand im Rahmen eines deutsch-kenianischen Projekts, das 2008 vom Verein »One Fine Day« initiiert wurde. Künstlerische Beschäftigung soll afrikanischen Jugendlichen die Chance bieten, sich kreativ mit ihren eigenen Lebensverhältnissen auseinanderzusetzen. Das Filmprojekt wurde unter der künstlerischen Oberleitung von Tom Tykwer (»Lola rennt«, »Das Parfüm«) realisiert.

Themen
Afrika, Kenia, Slum, Armut, fremde Kulturen, Märchen, Magie, Erwachsenwerden,  Familienbeziehungen, Freundschaft, Geschlechterrollen, Gleichberechtigung, Verantwortung, Hilfsbereitschaft, Mut, Ehrlichkeit

Fächer  
Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde, Kunst, Deutsch, Geografie

Pressestimmen
»Ein magisch-realistischer Film über das Leben in einem der größten Slums Ostafrikas, montiert zu einem spannenden Jugendfilm. Es ist ein Film vom Erwachsenwerden in Kibera, zwischen Aids-Theater, Aberglaube und ethnischen Vorurteilen, erzählt in Bildern in rostbraun, grün und ockergelb, durchwoben von Mythen des Alltags.«
Sarah Sander, Schnitt – Das Filmmagazin, Köln

»Es ist eine ehrliche Geschichte, die ohne Sozialromantik und Kitsch vom ganz normalen und ganz besonderen Leben in Kibera erzählt. Und es ist ein ambitionierter Film, der nicht dabei stehen bleibt, dass er ein paar afrikanische Mythen nacherzählt, sondern der die komplexe, spannungsreiche Alltagswelt der Kenianer aufzeigt, ihr Leben zwischen Tradition und Moderne, zwischen Pragmatismus und Sagenwelten, zwischen Religion und Mythen ganz deutlich macht ...« Elisabeth Jäcklein-Kreis, merz (medien + erziehung)


zuletzt aktualisiert am 11.03.2014

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