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Nackt unter Wölfen

DDR 1962

 

Das KZ Buchenwald kurz vor der Befreiung: Der polnische Gefangene Jankowski rettet einen kleinen Jungen, versteckt in einem Koffer. Ein Kind in der Welt des Todes bedeutet Hoffnung und Gefahr zugleich. Als die Häftlinge und Mitglieder der geheimen Widerstandsgruppe den Vierjährigen entdecken, stehen sie vor einer schweren Entscheidung. »Nackt unter Wölfen« gilt als eine der bedeutendsten antifaschistischen DEFA-Produktionen. Die heutige Beschäftigung mit dem Film wirft aber gravierende Fragen auf: Warum bleibt unerwähnt, dass der Junge Jude ist? Warum ist der Lageralltag der jüdischen Häftlinge nahezu ausgeblendet? Warum weicht die filmische Geschichte von den historischen Fakten der Befreiung ab? Die Einführung in den Film und das anschließende Gespräch werden dieser und anderen Fragen nachgehen.

Eine Kooperation mit der Amadeu Antonio Stiftung innerhalb der Veranstaltungsreihe
»Ausgeblendet? Der Holocaust in Film und Literatur der DDR«.

22. November 2010, 10:00 Uhr, Filmmuseum Potsdam
Einführung und Publikumsdiskussion von und mit Dr. Thomas Jung (Institut für Germanistik, Universität Potsdam). Begrüßung: Konstanze Ameer (Amadeu Antonio Stiftung).

Themen
Zeitgeschichte, Nationalsozialismus, Antifaschismus, Ideologie, Propaganda, Manipulation, Holocaust, Geschichtsschreibung und Geschichtsfälschung, Diktatur, Demokratie, Literaturverfilmung

Fächer
Geschichte, Deutsch, Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde, Politische Bildung

Pressestimmen
»Nackt unter Wölfen reicht über Klage und Anklage hinaus, legt die moralischen Wurzeln des Sieges, der Solidarität der Häftlinge von Buchenwald bloß. Wir finden die historische Logik ihres Sieges über die Henker, ihres siegreichen Überlebens. Der Film wählte aus der epischen Fülle gerade diese Grundideen zu seiner Konzeption.«
Fred Gehler, Sonntag, Ost-Berlin (1963)


»Beyer ging hier mit Schlichtheit und Zurückhaltung ans Werk: es kam ihm weniger auf die konkrete Beschreibung der Zustände im KZ-Lager Buchenwald an, sondern auf den grundsätzlichen Konflikt zwischen menschlichem Mitgefühl und politischem Verstand ...«
Ulrich Gregor, Geschichte des Films, München 1978

»Frank Beyer verfilmte Bruno Apitz' Bestseller "Nackt unter Wölfen" 1963 für die DEFA. Obwohl auch er sich dabei weitgehend an die Richtlinien der SED hielt, gehört der antifaschistische Film auch nach der Wende noch zu den deutschen Kino-Klassikern, denn es handelt sich um ein spannendes und gut gespieltes Drama.«
Dieter Wunderlich, Buchtipps & Filmtipps

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