Willkommen bei FILMERNST, dem brandenburgischen Portal für schulische Filmbildung.
Am 6. Juni lässt sich der Tag schon vor dem Abend loben: Von 10.00 bis ca. 12.30 Uhr gibt es eine FILMERNST-Sonderveranstaltung im Rahmen des 18. Jüdischen Filmfestivals. Das Filmmuseum Potsdam präsentiert gemeinsam mit FILMERNST exclusiv für Schülerinnen und Schüler den Spielfilm »David« (USA 2011), noch vor dessen offizieller Europa-Premiere am Abend. Im Anschluss an den Film ein Gespräch mit seiner amerikanischen Produzentin, Stephanie Levy. Anmeldungen ab sofort hier.
Vier Kandidaten schafften es ins Finale für den Deutschen Animations-drehbuchpreis 2012. Verliehen wurde die Auszeichnung während des 19. Internationalen Trickfilm Festivals in Stuttgart – und gewonnen hat Beate Völcker, FILMERNST-Inspiratorin seit Anbeginn des Projekts. Ihr Drehbuch »Fritzi war dabei« überzeugte die Jury durch authentische Erzählweise und plastische Darstellung der Geschichte. FILMERNST war zwar nicht dabei, gratuliert aber auf das herzlichste und freut sich schon auf den Film.
Mehr als 30 FILMERNST-Veranstaltungen mit und zu »Kriegerin« sind ein überzeugender Beweis für die Wirksamkeit von David Wnendts Spielfilm-Debüt »Kriegerin«. Die Themen Rechtsradikalismus und Gewalt mitten in unserer Gesellschaft trafen einen Nerv. Das für die meisten sehr intensive Filmerlebnis regte zur direkten Auseinandersetzung an und forderte in den Gesprächen danach eigene Standpunkte und Haltungen heraus.
Die Erfolge bei FILMERNST ließen der Akademie sicher gar keine andere Wahl: Sowohl »Wintertochter« als auch »Kriegerin« gewannen den Deutschen Filmpreis 2012. »Kriegerin« räumte gleich dreifach ab: In der Kategorie ›Bester Spielfilm‹ holte er Bronze, für Alina Levshin (›Beste weibliche Hauptrolle‹) und David Wnendt (›Bestes Drehbuch‹) gab es Gold. Wir gratulieren und: FILMERNST macht sich weiter stark für eure Filme!
Die erste FILMERNST-Runde 2012 übertraf alle Erwartungen und zählte fast doppelt so viele Besucher wie im Jahr davor: reichlich 5.000 in fast 60 Veranstaltungen. Mehr als die Hälfte davon verbuchte »Kriegerin«, aber auch die beiden norwegischen Angebote für die Jüngeren und Jüngsten waren gut nachgefragt: Knapp 1.000 Kinder sahen »Magic Silver«, doppelt so viele begeisterten sich für »Anne liebt Philipp«.
Norwegisch kommt auch Runde 2: »The Liverpool Goalie oder: wie man die Schulzeit überlebt« (4.-7. Klasse) trägt vielleicht nicht den pädagogisch wertvollsten Titel im Rahmen eines Schulkinoprojekts. Doch geht's gar nicht so sehr um die Schule im Speziellen als um das Leben im Allgemeinen. Ausreden und Notlügen helfen dem 13-jährigen Jo nicht weiter, selbst die Sammelkarte mit Liverpools Torwart ist nicht der Schlüssel zum Glück.
Die Einladung zu einer Unterrichtseinheit der besonderen Art: »Jonas – Stell dir vor, es ist Schule und du musst wieder hin!« (9.-13. Klasse) ist eine Reality-Komödie über ein authentisches Gesamtschul-Projekt. Der Schauspieler und Comedian Christian Ulmen verwandelte sich in einen 18-jährigen Schüler, der an der Zeuthener Gesamtschule »Paul Dessau« seine allerletzte Chance auf den Erwerb der Mittleren Reife nutzen möchte.
Blau oder rosa, Fußball oder Ballet, wild oder brav? Junge oder Mädchen? Geschlechter-Klischees sind tief verankert und von zäher Langlebigkeit. Was aber, wenn es anders ist? Was, wenn eine Zehnjährige aussehen, wenn sie sein möchte wie ein Junge? Michael, mit diesem Namen stellt sie sich den anderen vor. Sie ist neu in der Stadt, noch sind Sommerferien, aber bald geht die Schule wieder los. Was wird dann mit der Wahrheit – der ihres Namens und der ihrer Identität? »Tomboy« erzählt sensibel und ohne einen falschen Ton die Geschichte dieses Mädchens, das lieber ein Junge wäre. Sehenswert! Ab 3. Mai in ausgewählten Kinos.
Die 7-jährige Sabine Kleist fragte das in einem seiner berührendsten Filme. Noch im letzten Jahr war er Gast des Kinderfilmfests im Land Brandenburg, vor allem aber war er ein guter FILMERNST-Freund. Nun ist Helmut Dziuba nach schwerer Krankheit am 19. April im Alter von 79 Jahren gestorben. Helmut, nicht nur wir von FILMERNST werden Dich vermissen – und ja: Auch Erwachsene dürfen bei solchen Meldungen weinen.
FILMERNST macht schon immer neugierig auf filmische Entdeckungen und mehr Lust auf Kino. Oft hatten und haben wir Filme im Programm, die das Kennenlernen und die Beschäftigung mit anderen Ländern und anderen Kulturen fördern. Filme aus Skandinavien ohnehin, aber auch aus der Türkei, dem Iran, aus Südafrika, Kenia, Neuseeland. Diesen erkenntnis- und erlebnisreichen Blick über die Grenzen hinaus ermöglicht auch eine neue DVD-Edition, die das renommierte Hamburger Wochenblatt »Die Zeit« jetzt anbietet. Das freut uns um so mehr, als acht der insgesamt zehn für diese Box ausgewählten Spielfilme mit großem Erfolg auch bei FILMERNST gezeigt wurden. Für mehrere dieser Filme (»Whale Rider«, »Zaïna – Königin der Pferde«, »Wintertochter«) haben wir umfangreiches Begleitmaterial entwickelt.
Zur Berlinale 2011 wurde »Bad o Meh« mit dem »Cinema fairbindet«-Preis ausgezeichnet. Im Herbst war das iranische Meisterwerk auf bundesweiter Kinotour. FILMERNST betreute die Stationen im Land Brandenburg und bereicherte die Arbeit mit dem Anti-Kriegsfilm durch intensive Workshops. Nun lief »Bad o Meh – Wind und Nebel« im Cottbuser »Weltspiegel« – als Auftakt der Kooperation zwischen dem Kino und FILMERNST.
Im ernst: Den Namen Friedrich werden wir wohl das ganze Jahr 2012 über so oft hören, dass wir überhören könnten, welch’ kluge Gedanken uns der Große König auf lange Sicht übermittelt hat. Mit dem filmernsten Neujahrsgruß wollten wir schon mal auf den fürstlichen brandenburgischen Bildungsauftrag verweisen – damals wie heute. In diesem Sinne: Feiern Sie alle feste für Friedrich – und nehmen Sie auch 2012 unsere Filme ernst!
Friedrich Filmstar: Das Kino kam erst nach seiner Zeit, aber die siebte Kunst hätte ihm bestimmt gefallen. Zumal er ja bald ein Leinwandstar wurde: 16 Filme machten den UFA-Schauspieler Otto Gebühr zur Inkarnation des Großen Königs. Aber auch die DEFA hatte ihren Fridericus Rex: zum ersten Mal 1972 in Erwin Strankas »Die gestohlene Schlacht«.