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Kinder des Himmels
Bacheha-Ye aseman

Iran 1997

 

 

Inhalt

Der achtjährige Ali lebt mit Eltern und Schwester Zahra in einem Armenviertel Teherans. Es kommt einer Katastrophe gleich, als Ali Zahras Schuhe verliert, die er vom Schuster abholen sollte. Genau wie ihr Bruder besitzt Zahra nur ein einziges Paar – und dass der Vater kein Geld hat, um neue zu kaufen, wissen die Geschwister nur zu gut. Ali beschwört daher die Schwester, den Eltern nichts vom Malheur zu erzählen. Für den Schulbesuch vereinbaren sie eine Notlösung: Morgens geht Zahra in Alis alten Turnschuhen zum Unterricht, nachmittags ist Ali mit der Schule und den Schuhen dran. Was einfach klingt, hat seine Tücken. Beim Schuhtausch zählt jede Sekunde, doch trotz aller Anstrengung kommt Ali öfter zu spät und so droht ihm der Ausschluss vom Unterricht. Dann entdeckt Zahra auf dem Schulhof ein Mädchen in ihren Schuhen – und die Lösung des Problems scheint nahe. Als die Geschwister aber feststellen, dass dieses Kind noch ärmer ist als sie selbst, bringen sie es nicht übers Herz, ihr Eigentum zurückzufordern. Plötzlich ist Rettung in -sicht und eine chance: An der Schule wird ein Laufwettbewerb ausgeschrieben, mit einem Paar Sportschuhe als Preis für den dritten Platz. Würde Ali sie gewinnen, könnte er sie gegen Mädchenschuhe für Zahra eintauschen. Das Rennen bleibt bis zur letzten Sekunde spannend: Gelingt es Ali, Dritter zu werden?

Kinder in anderen Kulturen: Eine spannend erzählte Geschichte mit Einblicken in die Traditionen und Konventionen, in den Lebensalltag im Iran.


 

Themen

andere Kulturen, Armut, Durchhaltevermögen, Erziehungsmethoden, Familie, Familien- und Generationsbeziehungen, Geschlechterrollen, partriarchalische Gesellschaft, Religion, Respekt, Sport, Vater-Sohn-Beziehung, Verantwortung, Vertrauen

 

Fächer

Deutsch, Geografie, Lebensgestaltung-Ethik-Religion, Sport

 

Kritikerstimmen

»Es ist die alte Geschichte von Brüderchen und Schwesterchen, von Hänsel und Gretel, die einander so gern haben, daß sie alle Gefahren bestehen. Und sind Märchen nicht ebenfalls grausam? Gleichzeitig ist ›Kinder des Himmels‹ aber mehr als ein Kinderfilm: Es ist ein Film über Kinder. Nichts wird verharmlost, nichts wird verklärt von den harten Bedingungen, in denen Ali und Zahra in Teheran ihr Leben beginnen. Und trotzdem ist - nicht zuletzt dank der beiden Hauptdarsteller Amir Farrokh Hashemian und Bahare Sediqi - ›Kinder des Himmels‹ vor allem ein wunderschöner Film, der alle Kitschklippen geschickt umschifft.«
Christina Tilmann, Der Tagesspiegel, Berlin

»Die Erzählweise ist von einer nüchternen Sichtweise geprägt, die ohne melodramatische Züge auskommt. Die Kinder tragen wie die Erwachsenen weitgehend wort- und regungslos ihr Schicksal, das schon durch die Wahl der Schauplätze ziemlich ausweglos erscheint: Die fahlweißen, engen und menschenleeren Gassen, die das Viertel prägen, wirken wie ein Labyrinth, in dem sich jeder Ortsfremde heillos verirren würde. Majidi verwendet kaum Großaufnahmen, sondern bevorzugt Totalen, die die Verlorenheit seiner Figuren augenfällig macht.«
Oliver Rahayel, film-dienst, Bonn

»Der Film zeigt einen Ausschnitt vom Leben einer iranischen Familie, die in Armut lebt, ungekünstelt, unkitschig mit aller Fröhlichkeit und allem Leid und dennoch sehr herzlich und emotional. Sehr natürlich, sehr lebensnah, sehr empfehlenswert.«
trilobyte, ofdb.de

»Ich bin nicht durch Zensurprobleme motiviert in meiner Arbeit. Vielmehr interessiert mich die Welt der Kinder, weil aus ihr sehr viel Schönes und Weises kommt, woraus Erwachsene lernen können.« 
Majid Majidi in: Blickpunkt: Film (2001)




zuletzt aktualisiert am 14.10.2014

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