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Storm und der verbotene Brief
Storm: Letters van Vuur

Niederlande 2016

 

 

Der zwölfjährige Storm Voeten läuft durch die Straßen seiner Heimatstadt. Er erlebt, wie die Schriften einer Druckerei auf den Scheiterhaufen fliegen und in Flammen verglühen. Auch der Vater des Jungen betreibt eine Druckerei; Bücher zu verbrennen ist für ihn ein Verbrechen. Die Mutter dagegen vertraut auf Gott, Papst und Kirche, will in ihrem Hause den Namen Luther nicht hören. Antwerpen anno 1521. Gerade hier haben die Worte der Reformation starken Widerhall und vor allem auch gedruckte Verbreitung gefunden. Vom Freund des Vaters bekommt Storm ein Buch zugesteckt, das die Mutter ins Feuer wirft: »Von der Freyheith eines Christenmenschen«. Ketzerei, die der neue Inquisitor ein für allemal auszumerzen gedenkt. Storm aber sieht, wie in der Werkstatt des Vaters Letter für Letter Druckplatten mit Sprengkraft entstehen. Als die Schergen der Inquisition zugreifen, werden sie zwar des Vaters, nicht aber des gesuchten Luther-Briefs habhaft. Storm hat das für die Kirche brandgefährliche Schriftstück, es drucken zu lassen, wird seine Mission. Von den Häschern gehetzt, trifft er in den Katakomben der Stadt auf das Mädchen Mareike. Nur gemeinsam, im gegenseitigen Vertrauen auf beider Fähigkeiten und Stärken, können sie im Wettlauf gegen die Zeit Storms Vater vor der Hinrichtung und Luthers Brief für den Druck retten.

Die Macht des Wortes, die Kraft der Bilder: eine spannende Abenteuergeschichte als emotionale Geschichtsstunde.

Fotos: farbfilm verleih, Berlin


 

Themen

Abenteuer, Ablasshandel, Autorität, Bildung, Buchdruck, Familie, Filmsprache, Freundschaft, Geschlechterrollen, Gewissenskonflikt, Glaube, Kirche, Macht, Mittelalter, Protestantismus, Reformation, Religion, Solidarität, Vater-Sohn-Beziehung, Verrat, Vertrauen, Wahrheit, Weltanschauung, Werte

 

Fächer

Deutsch, Geschichte, Lebensgestaltung-Ethik-Religion

 

Kritikerstimmen

»›Storm und der verbotene Brief‹ ist weder ein Werbeclip der protestantischen Kirche noch ein Möchtegern-›Harry Potter‹ ohne Fantasy-Überbau. Stattdessen bietet er starke Identifikationsfiguren und eine geradlinige, auf Kinder und Jugendliche zugeschnittene Handlung, die fesselnd und temporeich einen Ausschnitt unserer Geschichte betrachtet. Und mit Storm-Darsteller Davy Gomez könnte das europäische Kino ganz nebenbei seinen neuen Kinderstar gefunden haben.« Marcus Wessel, programmkino.de, Osnabrück

»Fürs atmosphärische Setting wurden Originalschauplätze in Belgien, Luxemburg, Holland mit Kinobauten und Greenscreen-Aufnahmen so geschickt kompiliert – durchaus im Geist moderner Computerspiel-Ästhetik –, dass der Film sehr viel teurer aussieht als er ist. Es ist im Luther-Jubiläumsjahr eine kindgerechte Geschichtsstunde, die natürlich eindeutig Partei ergreift – für die Revolution, die neue Zeit, die Freiheit von Glauben, Gesellschaft und Presse « Anke Sterneborg, Süddeutsche Zeitung, München

»Mit seiner prächtigen Ausstattung schildert der sorgfältig gestaltete Film den Alltag in der Stadt und das Treiben in den Straßen sehr authentisch. Die Architektur mit den Steinhäusern und der gotischen Kathedrale ist eine Augenweide und die Kanalisation mit den Ratten verfehlt ihre schaurige Wirkung nicht. Das Licht ist oft gedimmt und entfaltet im Schein der Kerzen und Fackeln eine goldene Wärme. Die historischen Bezüge werden den Zuschauern nie aufgedrängt, vielmehr bestimmt der Abenteuercharakter des Films seine hohe emotionale Qualität.« Bianka Piringer, kritiken.de, Herford

»Wir empfehlen den Film ab 10 Jahren, weil wir denken, dass man über gewisse geschichtliche Vorkenntnisse verfügen sollte, um den Film zu verstehen. Zuerst denkt man vielleicht, das Thema Luther wäre unspannend, denn auch wir hätten vorher nicht gedacht, dass daraus ein spannender Film werden kann. Aber der Film fesselt! Geht rein!« FBW Jugend Filmjury, Wiesbaden

»›Storm und der verbotene Brief‹ ist spannendes und ansprechendes Abenteuerkino für Groß und Klein und gerade aufgrund seines tollen Casts, der wirklich gelungenen Figuren sowie der malerischen Inszenierung einen Blick wert. Zwar gelingt es Regisseur Dennis Bots und Autorin Karen van Holst Pellekaan nicht, den eigentliche historischen Kern in seiner Gesamtheit einzufangen – und auch schwierige Fragen zu formulieren –, doch als leichtes, kurzweiliges Kinoereignis übertrifft die niederländische Produktion unsere eigenen Geschichtspossen um Welten. Auch weil sich ›Storm und der verbotene Brief‹ wenig auf Klischees und faden Dialogen ausruht.« Thomas Repenning, moviebreak.de, Kassel

»Aber dennoch hinterlässt der Film das Gefühl, etwas mehr historischer Geist hätte ihm nicht geschadet. Es geht dabei nicht um historische Akkuratesse, sondern um die hinter der Handlung schwelenden Gefühle, Wahrheiten und Bewegungen – um das also, auf das sich ›Storm und der verbotene Brief‹ auch schon im Titel bezieht. Der Konflikt im Hintergrund dieser Geschichte ist ja nicht nur der um Meinungsfreiheit – so wird es hier in einer vielleicht zu modernen Interpretation gedreht –, sondern zunächst ja um Wahrheitsanspruch, um Glauben, und damit auch wieder um Macht.« Rochus Wolff, kino-zeit.de, Mannheim

»Die Feinde der Obrigkeit sind manchmal die Freunde der Freiheit – dies ist eine der zentralen Lektionen, die man aus diesem angenehm anti­au­to­ritären Film lernen kann. Weniger angenehm ist die mitunter etwas einsei­tige und konven­tio­nelle Sicht auf die Refor­ma­tion, die auch dieser Film bedient – wie so viele Produkte der bisher überaus einsei­tigen Jubiläums­feiern: ›Wer ist Martin Luther?› ›Ein großer Denker.‹ Aha! […] Immerhin ist ›Storm und der verbotene Brief‹ Main­stream der besseren Sorte, ein solide insze­nierter Histo­ri­en­film, der die Gedan­ken­frei­heit des Einzelnen vertei­digt.«
Rüdiger Suchsland, artechock.de, 
München

»Dass Luthers zentraler Brief eine geistesgeschichtliche Grenze zwischen Spätmittelalter und früher Neuzeit markiert und als bedeutsames Postulat die Summe der christlichen Freiheiten formuliert, fließt zwangsläufig nur in Ansätzen ein, ähnlich wie auch die Bedeutung des Buchdrucks für die Verbreitung von Meinungen und Botschaften durchaus deutlich, aber eben ›nur‹ im Rahmen einer Spannungsgeschichte für junges Publikum deutlich wird. Und doch bieten sie einen ernsthaften, vor allem neugierig machenden Rahmen für Storms persönliches Abenteuer, der vorrangig seinen Vater retten will, durchaus aber versteht, dass es um weit größere Themen wie Ungerechtigkeit und Unterdrückung geht.« 
Horst Peter Koll, film-dienst, Bonn



zuletzt aktualisiert am 29.08.2017

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