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Überflieger – Kleine Vögel, großes Geklapper

Deutschland/Belgien/Luxemburg/Norwegen 2017

 

 

Klappern gehört zum Handwerk, also lernt er es – wie das Schlafen auf nur einem Bein. Er möchte so sein wie alle in dieser Familie, denn auf die Welt kam er doch im Storchennest. Aber ganz offensichtlich ist der kleine Richard kein weißer Adebar, sondern ein brauner Spatz, der – noch im Ei – gerettet wurde aus einer Notlage. Storchenbruder Max freut sich über den Gefährten, Storchenvater Claudius indes blickt von Anfang an skeptisch auf das zwar gut integrierte, aber aus der Art geschlagene Ziehkind. Der Sommer fliegt sorgenfrei ins Land, bis der Herbst eine harte Entscheidung fordert: Richard darf nicht mit, wenn die anderen wie immer gen Süden ziehen, um in Afrika zu überwintern. Spatzen sind nun mal keine Zugvögel und für Langstrecken nicht tauglich. Eines Morgens ist die Familie weg und Richard allein auf weiter Flur.
Die Herausforderung ist so groß wie die Enttäuschung. Richard wird den Störchen hinterherfliegen und zeigen, was in ihm steckt! Ihm zur Seite zwei schräge Vögel: Olga, eine ziemlich große Zwergeule mit gespaltener Persönlichkeit, und Kiki, ein schriller, show-süchtiger Wellensittich mit Höhen-angst. Die Reise nach Gibraltar wird ein Europa überfliegendes Abenteuer mit Hindernissen zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Weltweit bestens vernetzte Tauben weisen ihnen den richtigen Weg. Am Ende ist es an Richard, mutig seinem Storchenbruder das Leben zu retten. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte: Richard ist einer von ihnen! 

In Bildern, Worten, Tönen ein fantastisches Flugvergnügen – mit der Erkenntnis: Überflieger bleiben nicht am Boden! 

Fotos: Wild Bunch Germany



 

Themen

Abenteuer, Andersartigkeit, Anerkennung, Animationsfilm, Außenseiter, Familie, Freundschaft, Gemeinschaft, Identität, Identitätswechsel, Komik, Mut, Selbstvertrauen, Toleranz, Vogelarten, Vorurteile, Wünsche, Zugvögel

 

Fächer

Deutsch, Kunst, Musik, Sachunterricht

 

Kritikerstimmen

»›Überflieger‹ aus der Medienmanufaktur Knudsen & Streuber in Berlin ist technisch-zeichnerisch auf der Höhe der Zeit und hat keine Moral, es sei denn die: Manchmal helfen einem Illusionen mehr weiter als die Erkenntnis der Wahrheit. Hält man sich für einen Storch, kommt man vielleicht doch nach Afrika. Wie oft wird in unseren Schulen den Kindern der Glaube an die eigene Großartigkeit ausgetrieben! Da ist ›Überflieger‹ eine schöne Korrektur aus der europäischen Traumfabrik. Guter Film. Reingehen.« 
Alan Posener, Die Welt, Berlin

»Einfühlsam, wenn auch nicht immer subtil, wird von den oft traurigen Bemühungen von Außenseitern erzählt, gesellschaftsfähig zu werden. Über Richards Begegnungen mit ganz unterschiedlichen, aber immer vielschichtigen Nebenfiguren wird das Bild einer wahrhaft bunten Welt gezeichnet – und es werden die Gemeinsamkeiten deutlich, die alle verbinden. Dazu sind die gefiederten Gestalten oft ungemein witzig […] In den besten Szenen wird ›Überflieger‹ zu einem komischen Road Movie über Freaks und Aussteiger, über schräge Typen, die dem versnobten (Storchen-)Establishment ein Plädoyer für Toleranz und Artenvielfalt entgegenhalten.« Asokan Nirmalarajah, filmstarts.de, Berlin

»Animationstechnisch braucht die europäische Produktion den Vergleich mit den großen amerikanischen Animationsschmieden nicht zu scheuen. Die Animation ist nicht nur in den Texturen der Figuren, so etwa in den Federn, detailreich, sondern auch die sehr bunten und abwechslungsreichen Landschaften werden ebenfalls mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Die Filmemacher haben darüber hinaus viel Detailreichtum in die Charaktere der Figuren investiert, vor allem in die drei Reisegefährten Richard, Olga und Kiki.«
José García, textezumfilm.de, Berlin 

»Ein kindgerechter, phantasievoller und unterhaltsamer Spaß für junge Zuschauer zwischen vier und zwölf Jahren. Einige Anspielungen, Einfälle und Witze des Films, eignen sich aber durchaus auch noch für weit ältere Zuschauer. Denn ›Überflieger‹ versucht häufig auch aktuell und zeitgemäß zu sein, allen voran hinsichtlich seines sympathischen, verspielten Humors. Und das gelingt. Bestes Beispiel: die internetaffinen Tauben, die auf einer Stromleitung sitzen und sich auf eine Art und Weise miteinander unterhalten, wie es vielen Kindern vom Schul- bzw. Pausenhof bekannt vorkommen dürfte.« Björn Schneider, spielfilm.de, Nierstein

»Ein besonderer Reiz der Animationen liegt in dem, was Toby Genkel in einem Interview als ›cartoonigen Realismus‹ bezeichnet. Wie beispielsweise in ›Arlo & Spot‹ oder ›Baymax‹ wirken die Hintergründe realistisch, während die Figuren eher comicartig ausfallen. Die Wälder, die Häuserdächer, Wasser und Wetter imitieren die Realität. Die gefiederten Helden bilden mit ihren menschlichen Verhaltensweisen einen reizvollen ästhetischen Kontrast dazu. Eine Rückblende in Zeichentrickoptik zeigt den Stilwillen der Macher ganz konkret auf.«
Christian Horn, programmkino.de
, Osnabrück

»Sehr schön an ›Überflieger‹ ist auch, dass man darauf verzichtet hat, die Figuren mit B-Promis aus dem YouTube-Dunst oder bekannten, aber schauspielerisch minderbegabten Komikern zu besetzen. Stattdessen hat man auf fähige, durchaus bekannte und hervorragend arbeitende Synchronsprecher gesetzt, die wissen, wie sie ihr Handwerk angehen müssen.«
Peter Osteried, kritiken.de
, Herford

»Leider kann der Film es sich dann nicht ersparen, am Schluss noch eine billige pädagogische Pointe zu setzen: Da wird ein Vogel gegen starken Widerstand von seiner Leitung getrennt – und ist dann ganz überwältigt davon, wie bunt und groß und toll die Welt jenseits der Stromleitung ist. Internet praktisch, wahre Welt besser.«
Rochus Wolff, kino-zeit.de, Mannheim




zuletzt aktualisiert am 29.08.2017

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