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Die Melodie des Meeres
Song of the Sea

Irland/Dänemark/Belgien/Luxemburg/Frankreich 2014

 

 

»Du wirst der beste große Bruder auf der ganzen Welt«, sagt die Mutter zu ihrem Sohn, der sich schon sehr auf das neue Baby freut. Sechs Jahre später sieht alles ganz anders aus: Saoirse geht Ben zunehmend auf die Nerven. Der Junge will sich nicht ständig um das sonderbare, noch immer kein Wort sprechende Mädchen kümmern. Was der Familie schmerzlich fehlt, ist die Mutter, die nach der Geburt des zweiten Kindes anscheinend im Meer verschwand. Seitdem leben sie nur noch zu dritt auf der winzigen Leuchtturm-Insel in der rauen irischen See. Der in sich gekehrte Vater und der auf sich allein gestellte Sohn leiden, jeder für sich, unter dem familiären Verlust. Die wenig einfühlsame Großmutter will den Zustand ändern und nimmt die Enkel mit in die Stadt. Dort aber wandelt sich das geschwisterliche Verhältnis zueinander, die Kinder wollen und müssen nach Hause, ans Meer, zu ihren Wurzeln und Erinnerungen zurück. Der abenteuerliche Weg durch die Unterwelt wird für sie zur gemeinsamen Bewährungsprobe mit der erlösenden Erkenntnis, dass Saoirse – wie ihre Mutter – eine »Selkie« ist: Fabelwesen, die eigentlich Robben sind, aber manchmal ihren Pelz ablegen, um in Menschengestalt an Land zu gehen. Am Ende wird Ben genau das sein, wovon die Mutter überzeugt war: der beste große Bruder für seine kleine Schwester!

Eine fabelhafte Erzählung in be- und verzaubernden Farben und Formen. Keltische Mythologie und irische Folklore: Geschichten und Lieder von magischer Kraft und leuchtender Schönheit. 

Fotos: StudioCanal/KSM


 

Themen

Animationsfilm, Außenseiter, Erinnerungen, Familien- und Geschwisterbeziehungen, Farben und Formen, Geheimnisse, Heimat, Identität, Identitätswechsel, Individualität, Irland, Magie, Natur, Sagen und Mythen, Trauer, Verlust eines Menschen, Verwandlungen, Zeichentrick

 

Fächer

Deutsch, Kunsterziehung, Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde, Musik, Sachunterricht

 

Kritikerstimmen

»Alles atmet Handwerk: Die Landschaften und Hintergründe sind mit Tusche gemalt, Figuren und bewegliche Elemente als flächige Formen animiert. So verbinden sich auch hier Klarheit und Unschärfe aufs Feinste zu einer zauberhaften Welt – alles kann plötzlich magisch aufleuchten.«
Rochus Wolff, kino-zeit.de

»Von den ersten Minuten an umweht diesen Film etwas Ewiges; das Gefühl, dass man gerade eine Geschichte zum ersten Mal hört, die bereits lange Zeit in die Weltbefindlichkeit und das Kulturgedächtnis eingelassen ist […] Mit ›Die Melodie des Meeres‹ positioniert sich Tomm Moore nachhaltig als einer der besten Geschichtenerzähler im Animationsfilm weltweit.«
Markus Keuschnigg, Die Presse, Wien

»In die Melodie des Meeres geht es um große universelle Themen: die Reise zu sich selbst, aber auch darum, Fremdes anzunehmen und zu akzeptieren, hinzusehen. Auch die Unterwelt, birgt nicht das Böse, sondern steht für die Verstoßenen, die sich nach Freiheit sehnen. Das alles eben nicht als Schmonzette, sondern mit Tiefgang erzählt und wunderschön anzusehen.«
Christine Deggau, kulturradio vom rbb, Potsdam/Berlin

»Moore legt die Bilder seines Zeichentrickfilms an wie kleine Kunstwerke, unterstreicht durch die bewusst falschen Perspektiven, die räumliche Tiefe zu einer Fläche verdichten, geometrische Formen oder imitiert keltische Motive. Schön sind diese Bilder und irgendwie eigenartig, soghaft, aber nicht aufdringlich. Zusammen mit dem träumerischen Score von Bruno Coulais und Kila setzen sie schon in der Eröffnungsszene eine melancholische Stimmung und verweisen auf die Kernthemen des Films: Um Trauer geht es. Und um Folklore.«
Stefan Stiletto, film-dienst, Bonn

»Erzählt eine viel melancholischere Geschichte (als ein typischer Hollywood-Animationsfilm), die gleichermaßen erwachsener und kindlicher wirkt. Erwachsener, weil er die nordische Mythologie ernst nimmt, die Verflechtung von Realität und Legenden nicht als Hokuspokus abtut, sondern ihre emotionale Bedeutung betont. Kindlich, weil er sich nicht in überproduzierten Animationsbildern verliert, sondern mit auf den ersten Blick einfachen Mitteln eine klassische, märchenhafte Geschichte erzählt, die Zuschauer unterschiedlichen Alters auf unterschiedliche Weise wahrnehmen können.«
Michael Meyns, programmkino.de

»Aufgrund seiner souveränen Verbindung von überlieferten Formen und Gestalten des Spirituellen mit Kritik an der zivilisationsbedingten Entfremdung des Menschen von der Natur steht Moores Werk in der Tradition des großen Miyazaki Hayao – und es macht sich dort ausgesprochen gut.«
Alexandra Seitz, ray Filmmagazin, Wien

»Erweist sich als einer dieser Kinderfilme, die das Kindsein nicht über eine vom Marketing anvisierte Zielgruppe definieren, sondern als prägende menschliche Erfahrung. Dass Moore sich mit seinen an Bilderbuchillustrationen erinnernden Zeichnungen auch ästhetisch vom Disney-Imperium und seinen zahllosen Epigonen zurückzieht, ist ihm ebenfalls hoch anzurechnen.«
Carsten Moll, filmgazette.de



zuletzt aktualisiert am 23.10.2016

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