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Als Unku Edes Freundin war

DDR 1981

 

Berlin, Ende der zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. In Edes Familie herrscht Not. Der Vater ist arbeitslos, einzig seine Schwester Lisa sorgt durch ihren Job als Platzanweiserin im Kino für den Lebensunterhalt. Eines Tages ziehen bunte Pferdewagen durch die Straßen der Stadt - und ihnen voran eilt der Ruf: »Die Zigeuner kommen!« Ede folgt ihnen auf den Rummelplatz und ist fasziniert vom exotisch anmutenden Treiben. Er lernt Unku kennen und hört von den Verleumdungen und Angriffen, denen die Sinti ausgesetzt sind. Bald bekommt der Zwölfjährige die Vorurteile auch selbst zu spüren, als ihm der Vater den Umgang mit dem Mädchen verbietet und eine Clique von Zeitungsjungen Unku beschimpft. Ede möchte gern selbst als Zeitungsjunge etwas zum Auskommen der Familie beitragen, für eine dauerhafte Stellung als Austräger bräuchte er allerdings ein Fahrrad. Ede verkauft seine Kampffische aus dem Aquarium, Lisa borgt ihm einen Wochenlohn, vor allem aber hilft ihm Unku. Als er jedoch erfährt, daß sie sich das Geld auf dem Rummel mit einem listigen Trick ergaunert hat, ist er enttäuscht und will nichts mehr von ihr wissen. Erst nach einer Verzweiflungstat des Vaters kann Ede Unkus Motive nachvollziehen; für eine Aussöhnung aber ist es zu spät. Die Sinti sind weitergezogen und mit ihnen seine Freundin Unku.

Themen Pubertät, Familienbeziehungen, Freundschaft, Armut, Gerechtigkeit, Sinti und Roma, Fremdenfeindlichkeit, Vorurteile, Solidarität

Fächer Deutsch, Geschichte, Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde

empfohlen für 4. bis 6. Jahrgangsstufe

Pressestimmen
»Die Geschichte wird einfach und heiter erzählt, in eindeutig berlinischer Tonart, die nicht nur mit dem Dialekt zu tun hat. Große Worte sind verpönt, Pathos ist so unbekannt wie Wehleidigkeit. Bei allen Schwierigkeiten, ein schweres Leben zu meistern, vergeht diesen Kindern der Spaß noch lange nicht. Der Film ist ein seltener Glücksfall. Er erfüllt die Brechtsche Forderung nach dem Unterhaltungswert jeden Kunstwerkes und trägt bei zum Wichtigsten, das wir unseren Kindern vermitteln müssen: zur Erziehung der Gefühle.« Renate Holland-Moritz, Eulenspiegel, Berlin (DDR)

»Der Film ist sehr überlegt besetzt worden und man hat sich vor exotischer Milieuschilderung gehütet. Daß er nicht als Kinderfilm im engeren Sinn, schon wegen seiner interessanten, auch teilweise offen gehaltenen Konflikte, mißverstanden werden kann, macht ihn wertvoll.«
Hans Braunseis, Der Morgen, Berlin (DDR)


»Nicht nur vom Inhalt her wird diese Geschichte interessant und gut erzählt, sie ist auch filmisch eindrucksvoll aufgearbeitet. Bilder prägen sich ein. In die schöne, stellenweise fast schwebende Erzählweise bringt die Musik von Christian Steyer fröhlichen Schwung.«
Ehrentraud Novotny, Berliner Zeitung

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