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Ernst Thälmann - Führer seiner Klasse

DDR 1955

 

Inhalt
Ein Jahr nach »Ernst Thälmann – Sohn seiner Klasse« legte die DEFA den zweiten Teil ihres Monumentalepos über den Führer der deutschen Kommunisten vor. Die Handlung setzt in den frühen 1930er Jahren ein: Thälmann kämpft weiter für die Befreiung der Arbeiterklasse. Die Kampfentschlossenheit der Arbeiter soll gestärkt werden. Bei den Wahlen 1932 kann die KPD ihre Position im Reichstag weiter ausbauen, Plakate mit der Aufschrift »Kampf gegen Faschismus und Krieg« sind an jeder Straßenecke zu sehen. Hitler erreicht trotzdem sein Ziel: Er reißt die Macht an sich. Thälmann wird daraufhin verhaftet, weil er angeblich die Schuld am Reichstagsbrand trägt. Im vorletzten Kriegsjahr wird der Held der kommunistischen Partei von den Nationalsozialisten ermordet. In der DDR avancierte das Epos zur Pflichtveranstaltung für Millionen Arbeiter, Schüler und Funktionäre. Thälmann wurde zur Lichtgestalt des kommunistischen Widerstands stilisiert, ein Mann ohne Fehl und Tadel, der alles weiß und dem Feind trotzt. Zugleich erteilte der Film den DDR-Bürgern eine Art Generalabsolution für die Verbrechen des »Dritten Reiches«. »Ernst Thälmann – Sohn seiner Klasse« suggeriert, dass sie, die »besseren Deutschen«, schon immer im Widerstand gewesen und an der Seite der Roten Armee gegen Hitler gekämpft hätten. Für die historische Wahrheit, dass es eine Anti-Hitler-Koalition gab, hat der Film dagegen kein Wort übrig: Die Bezwinger des Faschismus kommen hier alle aus dem Osten. Konrad Wolf wirkte an diesem Musterbeispiel stalinistischer Geschichtsdarstellung als Regie-Assistent mit.

Fächer
Deutsch, Geschichte, Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde, Politische Bildung

Themen
Zeitgeschichte, Faschismus, Antifaschismus, Kommunismus, Arbeiterbewegung, Ideologie, Leitbilder, Heldenverehrung, Personenkult, Propaganda, Patriotismus, Geschichtsfälschung, Manipulation, Diktatur, Demokratie

Pressestimmen
»Gewissermaßen widerspiegeln die Arbeiten Maetzigs die Defa-Entwicklung, die wiederum von den wechselnden politischen Interessen der SED-Führung abhing. Nach der Wiedervereinigung stellte sich Maetzig zahlreichen Debatten zur DDR-Filmkunst - auch im Westen.«
Irma Weinreich, dpa

»›Ernst Thälmann‹ steht in Inhalt und Form stellvertretend für die künstlerische Umsetzung des parteioffiziellen DDR-Antifaschismus in den fünfziger Jahren mit all seinen aufgetretenen Verengungen, Verleugnungen und Mythen.«
Detlef Kannapin: Antifaschismus im Film der DDR


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