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Filmernst - Sehend lernen - Die Schule im Kino

Guetesiegel

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Ausgezeichnete Filme

Die Fülle der jährlich produzierten und dann über engagierte Verleiher in die Kinos kommenden Kinder- und Jugendfilme ist beträchtlich. Nicht alle der wirklich sehenswerten Filme finden jedoch Platz im regulären FILMERNST-Programm. Das ist mitunter sehr bedauerlich, aber bei der begrenzten Zahl der Veranstaltungen nicht zu ändern.

Einige Filme stehen vielleicht auch, weil sie zu wenig Werbung bekommen, zu sehr im Schatten der Blockbuster, über die alle sprechen und die jeder sehen will. Um auch diesen und damit insgesamt mehr guten Filmen genügend Licht und Leinwand zu geben, will das FILMERNST-Gütesiegel auf sie aufmerksam machen und für einen individuellen Kinobesuch oder auch eine Wunschfilm-Veranstaltung mit der Klasse werben.


April 2017:
Freya – Geschichte einer Liebe

Alle Ausdauer und aller Aufwand für diesen Dokumentarfilm haben sich gelohnt: Für diese Frau und die Geschichte ihrer großen Liebe, für die Erinnerung an das, was heute und in Zukunft von Bedeutung ist. Als über 90-Jährige erzählt sie von der Stärke ihrer Liebe zu Helmut James Graf von Moltke, der am 23. Januar 1945, unter dem Fallbeil der Nazis, in Berlin-Plötzensee hingerichtet wurde. Freya spricht von Charakter und Überzeugungen, von Werten und Würde. Ihre so schlichten, aber klugen Worte über die Dummheit des Nationalismus gehören in Stein gemeißelt. Wunderbare, feinfühlige, mutmachende Briefe, die sich Freya und Helmut bis zuletzt geschrieben haben. Nina Hoss und Ulrich Matthes geben diesen Zeilen des Ehepaars ihre Stimmen. Eine große Liebesgeschichte und Momente großer Geschichte. Absolut empfehlenswert!

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Februar 2017:
Mein Leben als Zucchini

»Willkommen im Haus der Springbrunnen!« Außergewöhnlich, diese Begrüßung an einem Ort, wo man Freundlichkeit nicht unbedingt vermutet. Doch dieses Waisenhaus ist wirklich außergewöhnlich – ebenso wie die sieben hier lebenden Mädchen und Jungen, die ein schweres Schicksal teilen. Außergewöhnlich ist aber auch dieser Animationsfilm in Stop-Motion-Technik. Er hat Witz und Wärme, Verstand und Gefühl. Er bringt das Schwere mit Leichtigkeit zum Schweben, wie den Drachen des Neunjährigen, der sich »Zucchini« nennt. Der stellt am Ende fest: »Manchmal weint man, weil man froh ist.« Über diesen außergewöhnlichen Film zum Beispiel.


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Februar 2017:
Enklave

Was für ein Schulweg: Da läuft ein 10-Jähriger zu einem KFOR-Kontrollposten, steigt hier in einen Schützenpanzer und wird zum Unterricht gefahren. Im Klassenzimmer sitzt nur er allein, 2004, in einer serbischen Enklave im Kosovo. Es herrscht Frieden im Land, mit einer scheinbar unüberwindlichen, aggressiven Feindschaft zwischen Albanern und Serben. Aus den Augen eines Kindes erleben wir die Normalität des Ausnahmezustands. Eindringliche Bilder, fragende Blicke: Was passiert hier eigentlich und muss das für ewig so sein? Ein Film von stiller Wucht – und mit einer großen Hoffnung. Für Kinder und für Erwachsene!

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Oktober 2016:
Auf Augenhöhe

Durch einen Zufall hat der zehnjährige Michi endlich erfahren, wer wohl sein Vater ist. Für einen im Kinderheim lebenden Jungen ist das wie ein Sechser im Lotto. Doch als er den vermeintlichen Vater zum ersten Mal sieht, wird aus Freude blankes Entsetzen. Tom entspricht ganz und gar nicht Michis Wunsch und Bild von einem großen, starken Beschützer. Auch den eigentlich selbstbewussten Tom wirft die unverhoffte Vater-Rolle aus der Bahn. Ein hartes Ringen um Anerkennung, die Überwindung von Vorurteilen und echte Freundschaft beginnt. Darsteller, Drehbuch, Dialoge: Der dritte Streich aus der Reihe »Der besondere Kinderfilm« ist in jeder Hinsicht ein Meisterstück.

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Oktober 2015:
Unser letzter Sommer

Eine so noch nie erzählte Geschichte über drei junge Leute, die der Krieg 1943 in Polen unfreiwillig zusammen- und mit großem Leid wieder auseinanderbringt. Es geht um den Anspruch auf Glück, die Pflicht zur Verantwortung, das Maß an Schuld. Kein lauter, (an)klagender, apodiktischer Film, sondern ein mit Zwischentönen und Andeutungen fast schon pastelliertes Bild, das am Ende den Verlust an Menschlichkeit und Würde in unmenschlichen Zeiten umso bitterer macht.

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September 2016:
Ab ans Meer

Tomáš ist 11 und weiß genau, was er mal werden will: ein Filmemacher, mindestens so berühmt wie der große Miloš Forman. Er weiß auch: Gute Filme brauchen ein Geheimnis. Das findet Tomáš gleich bei sich daheim – und so macht er sich mit seinem besten Freund Harris daran, es vor laufender Kamera zu lösen. Die beiden Jungs filmen mit entwaffnender Ehrlichkeit. Nichts ist zu privat, nichts bleibt verborgen – auch wenn es weh tut. Der Clou des Films von Ji?í Mádl: Der Blickwinkel der Protagonisten ist auch der Blickwinkel des Publikums. Näher hat man sich der Welt von Heranwachsenden selten gefühlt.

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Juli 2015:
Rico, Oskar und das Herzgebreche

Rico träumt von der Traumhochzeit, die seiner Mutter den Traummann und ihm den Traumvater beschert. Einen überaus geeigneten Kandidaten gibt’s ja schon, aber das erwachsene »Herzgebreche« zwischen Tanja und Westbühl dauert halt seine Zeit. Bis es so weit ist, muss er erst mal mit seinem blitzgescheiten besten Freund Oskar nachweisen, dass seine Mutter keine Betrügerin ist, sondern der aller »in ordnungste« Erwachsene, den es gibt. Turbulent, witzig, blitzgescheit: das flott-fortgesetzte Kreuzberger Abenteuer, das nach Fortsetzung verlangt!

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August 2015:
About a Girl

Das Leben ist schöner als man in pubertärer »Bocklosigkeit« – und mit Songs von Kurt Cobain im Ohr - vermutet, und es wäre jammerschade, es vor der Zeit selbst zu beenden. Zum Glück ist Charleens Suizidversuch nicht ins Wasser gefallen, hält das Leben für die Fünfzehndreivierteljährige bei allem Chaos überraschende Wendungen parat. Locker-flockig, sarkastisch-sentimental: Erwachsenwerden ist vielleicht nicht immer ein Vergnügen, dieser Film dagegen schon. Eine rabenschwarze Komödie mit absoluter Erleuchtung!

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Juni 2015:
Shana

Basierend auf einem erfolgreichen Jugendbuch, hat sich der italienisch-schweizerische Regisseur einen Traum erfüllt: einen Film mit India­nern in deren Heimat zu drehen. Das Volk der Scw’exmx habe ihm einen Teil sei­ner Seele geschenkt, der Film sei Teil ihrer Kultur geworden. Es ist die Geschichte eines 12-jährigen »First Nations«-Mädchens, die seit dem Tod ihrer Mutter das Vertrauen in sich selbst und die Musik verloren hat. In der Begegnung mit einem weißen Wolf und dem Geist ihrer Ahnen wird sie zu sich selbst finden, zu den Wurzeln ihrer indigenen Identität und ihrer musikalischen Berufung. Eine berührende spirituelle Reise, eine nachwirkende Erzählung von magischer Kraft. Auf Festivals weltweit gezeigt und vielfach ausgezeichnet!

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Mai 2015:
Giraffada

Der zehnjährige Ziad setzt all seine Hoffnungen auf Gott, ein Wunder und letztlich den Vater: Ihn muss er für etwas absolut Unmögliches und Gefährliches, für ein alle Realitäten außer Kraft setzendes Abenteuer gewinnen. Eine Giraffe ist aus einem Tierpark in Tel Aviv zu entführen und die Sperranlagen überwindend ins Westjordanland zu bringen, in den Zoo von Kalkilia. Völlig aussichtslos, völlig illusorisch. Doch dann scheint ein Wunder zu geschehen: Mauern öffnen sich, und eine Giraffe überquert majestätischen Schritts die feindlichen Linien. Traum oder Wirklichkeit? Giraffada statt Intifada, ein Zeichen der Hoffnung in einem politischen und zugleich märchenhaft-realistischen Film für Kinder und Erwachsene.

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Januar 2015:
Wir sind jung. Wir sind stark.

Wie Gewalt entsteht und wohin sie führen kann, welche Ursachen und Zusammenhänge es geben könnte, lässt »Wir sind jung. Wir sind stark.« anschaulich, eindrucksvoll und künstlerisch überzeugend nach- und miterleben. Ein Film zum richtigen Zeitpunkt, aber weit davon entfernt, nur gut gemeint zu sein. Der Film erschöpft sich nicht im Blick zurück, in der Bereicherung oder Wiederauffrischung zeitgeschichtlichen Wissens. »Wir sind jung. Wir sind stark.« ist Zeitgeschichte und Rückblick, aber mindestens ebenso Gegenwart und aktuelle Vergewisserung eigener Meinungen, Haltungen, Positionen. Ein starkes Stück Kino!

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September 2014:
Schönefeld Boulevard

Cindy steht kurz vor dem Abitur – und könnte danach die Welt entdecken. Aber Cindy will gar nicht weg aus Schönefeld – und sehnt sich doch danach, mal abzuheben und wenigstens etwas über den Dingen zu schweben. Der Zufall führt sie aus ihrer Lethargie und auf völlig neue Flugbahnen. Sie entdeckt sich, ihre verborgenen Gefühle und Qualitäten. Offen, neugierig, naiv: Cindy hebt ab, ohne davonzufliegen. Das großartige Porträt eines vom Leben nicht gerade verwöhnten Mädchens. Warmherzig, einfühlsam und absolut ehrlich. Pointierte, lakonische Dialoge und vielsagende Bilder. Gesichter und Probleme wie aus der Nachbarschaft – in einem Film, größer als das Leben.

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Juli 2014:
Rico, Oskar und die Tieferschatten

Einzigartig in ihrer Verschiedenheit, urkomisch und dabei absolut ernsthaft: der mit dem Merk-Recorder ausgestattete Rico und der aus strengen Sicherheitsgründen stets Helm tragende Oskar. In Wort und Bild eine rasante, witzige, mitreißende Geschichte. Zwei wunderbar sympathische Helden – an ihrer Seite eine Riege prominenter, mit höchstem Vergnügen spielender Erwachsener. Eine gelungene Literaturverfilmung, empfohlen für Kinder ab 8!

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Januar 2014:
Dancing in Jaffa

Da kommt ein älterer Herr aus New York in seine Geburtsstadt Jaffa und möchte palästinensische und jüdische Kinder in einem Tanzprojekt zusammenbringen. So einfach, so aussichtslos.
Mit Mut und Leidenschaft setzt Pierre Dulaine dagegen und schafft das Unmögliche: Nach einem Vierteljahr können sie einander berühren, sich aneinander festhalten, miteinander tanzen. Ein Wunder – in einem herzerwärmenden Dokumentarfilm von Hilla Medalia.

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November 2013:
Kopfüber

Ein Problemkind mit »Buchstabensuppe« im Kopf. Schwierig für Mutter, Lehrer, Freunde. Ein Fall von ADHS.  Mit Tabletten wird manches besser, aber nicht alles gut. Saschas Wesen scheint sich zu verändern, der Zehnjährige scheint nicht mehr lachen zu können. Ein brisantes Thema in einem berührenden Film: authentisch, ehrlich, herausfordernd.

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Oktober 2013:
Das Pferd auf dem Balkon

Der 10-jährige Mika ist ein ›Aspi‹, ein Kind mit Asperger-Syndrom. Die gleichaltrigen Dana gibt vor, eine indische Prinzessin zu sein, stammt aber aus einer Roma-Familie. Gemeinsam mobilisieren sie all ihren Geist für die verwegene Rettungsaktion eines Pferdes. Ein fantastisch-verrücktes Alltagsmärchen mit der mutmachenden Erkenntnis, ganz normal anders zu sein.

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September 2013:
Das Mädchen Wadja

Ein Mädchen wünscht sich ein Fahrrad, um mit einem Jungen um die Wette zu fahren. Hier eine Selbstverständlichkeit, in Riad (fast) undenkbar. Der erste Spielfilm aus Saudi- Arabien, bei dem eine Frau Regie geführt hat, ist eine gesellschaftspolitische Sensation. Einblicke in das Leben von Frauen und Mädchen in einem ansonsten verschlossenen Land.

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Juli 2013:
Pauls Schulweg

Sechs Monate am Anfang eines langen Schulweges. Die Kamera beobachtet, lässt Paul und den anderen Kindern Raum zur Entfaltung. Lustige Sätze sind da zu hören, altkluge natürlich auch, sensible und grobe Töne, spontan dahin gesagte, aber auch viele lang nachwirkende Gedanken. Ein schönes, einfühlsames Porträt eines kleinen großen Menschen.

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Juni 2013:
Clara und das Geheimnis
der Bären

Ein mutiges und starkes Mädchen in einer mysteriösen, hochspannenden Geschichte. Grandiose Natur- und Landschaftsbilder aus den Schweizer Alpen – und ein bärenstarkes Finale. Ein Erlebnis auf der großen Leinwand!

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