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Die Welle

Deutschland 2008

 

 

»Die Welle« ist seit Jahrzehnten ein Klassiker der Jugendbuch- und Schullektüre. Ein Roman, dessen fiktive Handlung auf authentischen Erlebnissen beruht: Der an der Filmproduktion beteiligte Geschichtslehrer Ron Jones unternahm das Experiment 1967 an einer kalifornischen Highschool. Die Neuverfilmung verlegt das Geschehen in die Gegenwart, in einen Ort irgendwo in Deutschland: Ein unangepasster, engagierter Gymnasiallehrer, die Schüler duzen ihn, will im Rahmen einer Projektwoche ein brisantes Experiment durchführen. Zum Thema »Staatsformen« möchte er mit den Jugendlichen der Frage nachgehen, ob eine Diktatur auch heute noch entstehen und nach welch einfachen Regeln sie funktionieren kann. Das Spiel beginnt mit der Definition einer Gruppenzugehörigkeit. »Macht durch Gemeinschaft«: weiße Hemden und dunkle Hosen als Uniform, ein Logo, ein Blog. »Macht durch Disziplin«: Die Schüler stehen nun auf, wenn sie etwas zu sagen haben, und aus dem Lehrerkumpel Rainer ist die Respektsperson Herr Wenger geworden. »Macht durch Handeln«: Graffiti sprühen, Gleichgesinnte sammeln, Andersdenkende ausgrenzen. Tag für Tag werden neue, immer radikalere Maßnahmen beschlossen. Als der Lehrer merkt, dass sein Experiment außer Kontrolle zu geraten droht, will er es abbrechen. Aber die Welle, die er verursacht hat, ist offenbar nicht mehr aufzuhalten.

Ein wuchtiger, intensiver, herausfordernder Film: Standpunkte und Haltungen provozierend.  

Fotos: Constantin Film




 

Themen

(deutsche) Geschichte, Anpassung, Ausgrenzung, Demokratie, Elite, Familie, Faschismus, Gehorsam, Identität, Macht, Machtmissbrauch, Manipulation, Psychologie, Schule, Widerstand, Zivilcourage

 

Fächer

Deutsch, Geschichte, Kunsterziehung, Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde, Medienerziehung, Philosophie, Politische Bildung, Psychologie, Sport

 

Kritikerstimmen

»›Die Welle‹ ist der rechte Film zur rechten Zeit. Er nimmt auf, was heute wieder im Schwange ist, wenn über Pädagogik diskutiert wird, das Lob der Disziplin, die Idee der Schuluniform, das Ideal des Gemeinschaftsgeistes, und zeigt, wo dieser Weg enden kann. Um in der Titelmetaphorik zu bleiben: Es gibt keine Welle, die sich nicht überschlägt, spätestens dann, wenn sie ans Ufer brandet.« 
Maximilian Probst, Die Zeit, Hamburg

»Die Frage ›wie würde Verführung heutzutage funktionieren‹ löst Gansel mit Bravour. Sehr präzise stellt er den Drang zur Individualisierung, der den Einzelnen auch vereinsamen lässt, dem Hang zur Gruppe gegenüber, dem Bedürfnis nach Konformität und zeigt Möglichkeiten des Missbrauchs und der Manipulation dieses Wir-Gefühls auf. Fazit: Vorsicht vor extremen Autoritätsgehorsam! Wer glaubt, wir seien vor einer solchen Bewegung gefeit, dem wird hier die Sicherheit genommen.«

Margret Köhler, Film im Bayerischen Fernsehen

»›Die Welle‹ ist wie schon sein Vorgänger ›Napola‹ ein wertvoller Beitrag zur Diskussion um menschliche Regungen, Wünsche und Bedürfnisse. Es geht um die Verantwortung des Individuums in der Gesellschaft und darum, wie anfällig unser scheinbar so selbstsicheres Ich sein kann.« 
Mike Beilfuß, film-dienst, Bonn

»Auch wenn in ›Die Welle‹ gerade zu Beginn etwas abgehoben über autokratische Staatsformen schwadroniert wird, geht Gansels Film gewaltig unter die Haut. Daneben schafft es der Streifen höchst eindrucksvoll, die Sprache der Jugend zu treffen, ohne verkrampft zu wirken. ›Die Welle‹ empfiehlt sich daher nicht nur als Publikumsfilm, sondern auch als Diskussionsgrundlage für den Schulunterricht.« 
Oliver Zimmermann, programmkino.de, Osnabrück

»Es ist gut, wenn ein Film die Schulen beschäftigt, auch wenn es immer schade ist, wenn das nicht mit besseren Filmen geschieht. Wo waren zum Beispiel die Schulbusse, als Gus van Sants Cannes-Gewinner ›Elephant‹ in die Kinos kam? Ein Film, der Fragen über Gewalt an den Schulen aufwarf ohne sie sogleich zu beantworten?«
Daniel Kothenschule, Frankfurter Rundschau

»Dennoch hat Gansel den Roman geschickt modernisiert: Nur selten fühlt sich sein Film wie eine pädagogische Aufführung an. Keine geringe Leistung bei einem derart verbrauchten Stoff.«
Sebastian Handke, Der Tagesspiegel, Berlin





zuletzt aktualisiert am 24.02.2016

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