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Die drei Räuber

Deutschland 2007

 

 

Mutterseelenallein und sehr traurig fährt die kleine Tiffany in einer Kutsche durch den dunklen Wald. Nach dem Tod der Eltern soll sie künftig - gegen ihren Willen - in einem Waisenheim leben. Plötzlich wird die Kutsche von drei anscheinend recht finsteren Gesellen überfallen. In der Hoffnung, reiche Beute zu machen, ist ein kleines Mädchen freilich kein großer Schatz. Tiffany aber zeigt sich ganz entzückt von dem Überfall und wittert durch diesen Wink des Schicksals die Chance, dem ungeliebten neuen Domizil zu entgehen. Keck flunkert sie den Herrschern des Waldes vor, Tochter eines reichen Maharadschas zu sein. Ihre Entführung würde sich lohnen, weil der Vater für die Befreiung seines Kindes bestimmt viel ›Lösegold‹ zahlt. Grummelnd wird Tiffany von den drei Räubern mitgenommen und wider Erwarten schon bald von ihnen lieb gewonnen. Als aber ihre Notlüge auffliegt, glaubt Tiffany, nicht länger bei den drei Räubern bleiben zu können. Schweren Herzens macht sie sich auf ins Kinderhaus mit der diktatorischen Tante. Für die sind nur jene Kinder etwas wert, die schwer schuften und etwas für sie leisten. Tiffany aber will sich diesem Regime nicht fügen. Furchtlos zettelt sie eine Revolte an, und zuguterletzt nehmen die Kinder das Heft in die Hand, um gemeinsam mit den gar nicht mehr so grimmigen Räubern ein echtes Happy End zu feiern.

Tomi Ungerers Bilderbuch-Klassiker in einer klassischen Animationsfilm-Adaption.   

Fotos: X Verleih


 

Themen

Abenteuer, Animationsfilm, Erziehungsmethoden, Filmsprache, Freundschaft, Gerechtigkeit, Identitätsfindung, Kindheit, Literaturverfilmung, Machtmissbrauch, Märchen, Mut, Rollenbilder, Solidarität, Zeichentrick, Zivilcourage

 

Fächer

Darstellen und Gestalten, Deutsch, fächerübergreifend, Kunsterziehung, Lebensgestaltung-Ethik-Religion, Sachunterricht

 

Kritikerstimmen

»Über 45 Jahre hat es gedauert, bis sich Tomi Ungerers Bildergeschichte ›Die drei Räuber‹ in einen Kinofilm verwandeln durfte. Eine kleine Ewigkeit, in der die ersten Leser des Buchs mittlerweile erwachsen geworden sind. Das Warten auf den richtigen Moment, das passende Drehbuch, die optimale Besetzung für die Synchronisation hat sich gelohnt. ›Die drei Räuber‹ ist ein Erlebnis, das glücklich macht, das sich ins Herz bohrt und in die Mundwinkel gräbt.« Doreen Hübler, Sächsische Zeitung, Dresden

»Tomy Ungerers Erzählung ist eine liebevoll umgesetzte Parabel über menschliche Tücken, die ständig zwischen Gut und Böse pendeln. Wie in vielen Kindererzählungen liegt auch hier das Augenmerk auf Mut, Willenstärke und Zusammenhalt, die Kinder brauchen, um ihre Fantasie auszuleben, um so Schicksalsschläge zu verarbeiten und ein glückliches Leben führen zu können. Die vermeintlich Bösen – die drei Räuber – haben in Wahrheit ein gutes Herz. Ein schöner Aufruf für Kinder, im Dunklen auch nach ein klein wenig Helligkeit zu suchen.« 
David Siems, programmkino.de, Osnabrück

»Die traditionelle 2D-Animation lehnt sich sympathisch an den Stil der Buchillustrationen an. Fantasie und viel Liebe zum Detail stecken darin, etwa wenn ein geziertes rotes Einhorn mit eingerollten Beinen vorbeispaziert. Außerdem gibt Tomi Ungerer selbst den Erzähler - ein echtes Kinovergnügen für Klein und Groß.«
Ina Hochreuther, Stuttgarter Zeitung

»Da sich die Schreckmomente der Geschichte in Grenzen halten, können auch kleine Kinogänger hier lernen, dass sich mit Mut, Freundschaft und Solidarität Ängste überwinden und schwierige Situationen meistern lassen. Nicht zuletzt erzählt der Film davon, dass vorschnelle Urteile manchmal täuschen können, weil selbst vermeintliche Übeltäter ein goldenes Herz haben.«
R
einhard Kleber, kinofenster.de, Berlin

»›Die drei Räuber‹ ist ein wunderbarer Film geworden, sozusagen der bewegte Lang-Roman zum kurzen Blätter-Buch […] Natürlich gibt es, wie es sich für gute Filme gehört, Stellen, an denen es sich wunderbar heulen lässt: Wenn Tiffany (grandios gesprochen von der achtjährigen Elena Kreil) an die Wände der Räuberhöhle ›Mama‹ und ›Papa‹ schreibt. Oder als die Räuber merken, dass der Papa von Tiffany gar kein stinkreicher Maharadscha ist und sie leise sagt: ›Stimmt. Ich bin ein Waisenkind. Kein Gold. Nix wert. Und jetzt gehe ich ins Waisenhaus. Da gehören Waisenkinder wohl hin.‹ Zwei Kinder riefen da während der Premiere laut in den dunklen Kino-Saal: ›Tiffany, nein! Du kannst doch bei uns leben!‹« 
Bettina Schneuer, stern, Hamburg


»
Tomi Ungerer höchstselbst als Erzähler führt durch ganz etwas Anderes. Durch ein durchgehend fast altertümlich gemaltes Märchen für die ganze Familie. Es fliegen Torten, es wird Mut gemacht, und der Räubersong der Bananafishbones wurmt sich tief ins Ohr. Die achtjährige Elena Kreil wickelt als Tiffany die hartherzigste Großmutter um den Finger und spricht frech selbst Katharina Thalbach als böse Tante an die Wand […] Niemals, wirklich niemals, langweilt einen die Geschichte, und niemals geht sie einem auf die Nerven.« Elmar Krekeler, Die Welt, Berlin

 »Ein wunderbarer, in sehr verantwortlichen und völlig kindgerechten Portionen erschröcklicher Film, der auf das Beste Bruno Bettelheims These bedient: ›Kinder brauchen Märchen‹.« 
Deutsche Film- und Medienbewertung



zuletzt aktualisiert am 06.11.2017

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