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Rara – Meine Eltern sind irgendwie anders
Rara

Chile/Argentinien 2016

 

 

»Was ist das denn für eine Zeichnung, von der alle sprechen«, möchte die Großmutter wissen. Eigentlich ist es ein schönes, buntes Familienporträt: zwei Erwachsene, zwei Kinder, ein Kätzchen. Was freilich fehlt auf Catas Bild, ist ein Mann, ein Vater. Das kleine Mädchen lebt in Gemeinschaft mit ihrer älteren Schwester Sara, ihrer Mutter und deren Partnerin. Die vier kommen gut klar miteinander. Sie haben Spaß und Streit, alles ganz normal. Gänzlich unnormal aber sind im erzkatholischen Chile gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Daher die durch das Bild provozierte Aufregung und Empörung, die schulische Vorladung. Sara verspürt den Druck, versucht Cata begreiflich zu machen, was man sagen darf oder besser verschweigen sollte. Der Vater klagt des Sorgerecht ein und gewinnt schließlich den Kampf um die Kinder.

Konsequent aus Sicht der 13-jährigen Protagonistin erzählt, ist der Film – nach einem authentischen Fall – ein starkes Stück Kino: einfühlsam, streitbar, universell.

Fotos: Cine Global Filmverleih, München


 

Themen

(erste) Liebe, Diskriminierung, Eltern-Kind-Beziehung, Erziehung, Familie, Freundschaft, Gender, Geschlechterrollen, Homosexualität, Identität, Latein- und Südamerika, Lebens- und Familienmodelle, Patchworkfamilie, Pubertät, Rollenbilder, Sorgerecht, Toleranz, Trennung, Vertrauen, Vorurteile, Werte

 

Fächer

Deutsch, Kunsterziehung, Lebensgestaltung-Ethik-Religion, Musik, Spanisch

 

Kritikerstimmen

»Die junge Regisseurin Pepa San Martín hat bei Alicia Schersons Spielfilm ›Turistas‹ als Darstellerin mitgewirkt und mit der Landsfrau nun dieses federleichte Drehbuch über den ganz gewöhnlichen Alltag einer Zwölfjährigen geschrieben. Inszeniert hat sie es mit ausgeprägtem Sinn für die Bedeutung des Unscheinbaren, die kleinen Gesten, die nebenbei fallengelassenen Sätze, die Blicke, die unseren Alltag prägen und ganz besonders den Alltag eines Kindes beeinflussen können. Sara geht es gut, sie ist aufgeweckt. Die Regisseurin hat ganz bewusst ihren Blick eingenommen, und das trägt, zusammen mit den beiden schlicht grossartigen Mädchen, die die Schwestern spielen, ganz entscheidend zu den Qualitäten ihres Erstlings bei. Einfühlsam im besten Sinn des Wortes erzählt Pepa San Martìn aus dem Alltag eines Mädches an der Schwelle zur Pubertät; mit der Selbstverständlichkeit, mit der die beiden Frauen ihre Beziehung leben, greift sie ein Thema auf, das keine Nationalität kennt - aber Vorurteile.« Walter Ruggle, trigon-film, Ennetbaden

»Selten fühlt sich ein Film so tief in die Befindlichkeiten einer 13-Jährigen ein; man fühlt und erlebt mit der Protagonistin, welche Unsicherheiten sie bedrücken, wann sie Scham empfindet, wann Wut, Enttäuschung, Unverständnis. San Martín fängt in ihrem Spielfilmdebüt mit großer Sensibilität die Emotionen der Figur ein und transportiert diese auf die Leinwand.«
Verena Schmöller, ila – Das Lateinamerika-Magazin, Bonn

»Die chilenische Regisseurin Pepa San Martin ist selber lesbisch, wollte aber keinen militanten Film für die Anliegen der Regenbogenfamilien machen. Das gelingt ihr, allein schon formal, indem sie die Perspektive des Kindes einnimmt. Selbst wenn die Erwachsenen in der Nähe der Kinder über diese sprechen, behält die Kamera diese im Vordergrund. In einer anderen Szene bleibt die Kamera stur auf ihrer Augenhöhe und rückt die Erwachsenen aus dem Bild. So ist ›Rara‹ im Kern eine detailgenaue Milieustudie eines Familienalltags, in dem sich alle erkennen können – ob homo oder hetero.« Richard Herold, Schweizer Fernsehen Kultur

»Por una pléyade de actrices en plena forma, una sucesión de episodios familiares que van incrementando una tensión soterrada, la de la entrada en la adolescencia, que se transmite a la perfección al espectador y una perfecta radiografía sobre cuestiones de género (y mucho más) que constituye un lúcido análisis, sin caer en dogmatismos y falsos púlpitos.« Fotogramas, Madrid

»Nos encontramos frente a una obra muy interesante, atractiva, de ritmo ágil, apoyada por abundantes diálogos que surgen con naturalidad, incluso entre las dos hermanas, estas últimas conversaciones, destacables por encima del resto. Ojalá no se despisten entre tanta tontería que puebla nuestras pantallas y se acerquen a contemplarla. Les recomendamos que permanezcan atentos en todo su metraje, y no pierdan detalle de la escena final, con ese corte agresivo y desolador, que todavía merodea por nuestra mente.« Pilar Roldán Usó, El Espectador Imaginario / aulacritica.com, Barcelona



zuletzt aktualisiert am 09.11.2017

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