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Die Unsichtbaren – Wir wollen leben

Deutschland 2017

 

 

»Ich will hierbleiben. Ich will leben!« Am 27. Februar 1943, einem Sabbat, werden die letzten noch in Berlin wohnenden und zwangsarbeitenden Juden bei einer Großrazzia verhaftet und kurz darauf in die Vernichtungslager deportiert. Im Mai deklariert Propagandaminister Goebbels die Reichshauptstadt als ›judenrein‹. Tatsächlich aber verbergen sich hier noch rund 7.000 jüdische Bürger. Sie wollen leben und haben sich für die Häscher unsichtbar gemacht. Sie sind mit falschen Papieren unterwegs oder im Widerstand aktiv, manche haben sich in ›Arier‹ verwandelt. In menschlicher Nächstenliebe und mit großem Mut wird vielen geholfen, finden sie Zuflucht und Verstecke. Bei Kriegsende gibt es 1.500 Überlebende. Der Film macht vier dieser Unsichtbaren sichtbar. Er gibt ihnen Namen und Gesicht, verknüpft ihre dokumentarischen Erinnerungen mit Spielszenen und stummem Archivmaterial. Wäre ihre Rettung nicht Realität, ließe sich an Wunder glauben. Ein Film von wunderbarer Wucht!

Fotos: Tobis Filmverleih

Das Buch zum Film:
Claus Räfle. Die Unsichtbaren. Untertauchen, um zu überleben.
Eine wahre Geschichte. Elisabeth Sandmann Verlag, München 2017, 
160 Seiten, zahlreiche Abbildungen in Farbe, broschiert, 19,95 € – ISBN 978-3-945543-44-3 

Die Gedenkstätte »Stille Helden. Widerstand gegen die Judenverfolgung 1933–1945«
wird ab 
Januar 2018 in erweiterter Form in der Stauffenbergstraße 13-14 in Berlin-Tiergarten – im räumlichen Zusammenhang mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand – wieder eröffnen. 
Hier sind Berichte, Fotos und Dokumente sowie mündliche Erinnerungen an die damaligen Geschehnisse dokumentiert.


 

Themen

(deutsche) Geschichte, Antisemitismus, Biografie, Drittes Reich, Erinnerungskultur, Heimat, Holocaust, Identität, Identitätswechsel, Illegalität, Krieg, Nationalsozialismus, NS-Rassenideologie, Rassismus, Solidarität, Verrat, Vertrauen, Widerstand, Zivilcourage

 

Fächer

Deutsch, Lebensgestaltung-Ethik-Religion, Politische Bildung, Psychologie

 

Kritikerstimmen

»Die hybride Form der mit Spielszenen kombinierten Dokumentation wurde selten so überzeugend eingesetzt wie in ›Die Unsichtbaren‹. Fazit: Emotional, authentisch, intelligent inszeniert und ein Thema, das noch nicht unzählige Male behandelt wurde: Einer der besten deutschen Filme des Jahres, ein echtes Ereignis und immens spannend!« 
Thomas Vorwerk, filmstarts.de, Berlin

»Im Wechselspiel von Dokumentation und Fiktion entsteht ein ebenso informatives wie packendes Stück Kino, das ein eher unbekanntes Kapitel deutscher Geschichte beleuchtet. Die dichte Atmosphäre, eine schlüssige Dramaturgie sowie die wertvollen Berichte der Zeitzeugen machen ›Die Unsichtbaren‹  zu einem absolut sehenswerten Doku-Drama.« 
Carsten Moll, spielfilm.de, Nierstein

»Manchmal geht ein Satz aus dem Munde des Zeitzeugen im Mund des Schauspielers weiter. Ein Bildschnitt teilt hier nicht die Situationen, sondern fügt die Zeiten zusammen – über siebzig Jahre hinweg. Und so schafft es der Film, dass man der Illusion erliegt, wirklich diese Menschen in jungen Jahren zu sehen. Neben den vier Hauptdarstellern sind auch die zahlreichen Nebenrollen großartig besetzt, mit dem kürzlich verstorbenen Andreas Schmidt, Steffi Kühnert, Florian Lukas, Maren Eggert und vielen anderen. Obwohl man deren Gesichter kennt, nimmt man sie nicht als Stars war, sondern auch sie verschmelzen mit den Rollen. Der Film ist ein Glücksfall. Er macht Geschichte lebendig.«
Cornelia Geißler, Berliner Zeitung

»Spannend entfaltet sich die Handlung als Parallelmontage, denn die vier Helden begegnen einander nie. Die Interviews mit den realen Vorbildern der Filmfiguren beeindrucken zwischen den fesselnden Spielszenen und verleihen dem Dokudrama von Claus Räfle und Co-Autorin Alejandra López eine zusätzliche emotionale Tiefe. Sie unterbrechen die Handlung nie unvermittelt, sondern bereichern durch ihre Authentizität. Gleichsam besiegeln sie die Glaubhaftigkeit dieser Schicksale. Denn das kollektive Gedächtnis lässt nach.«
Luitgard Koch, programmkino.de, Osnabrück

»Was an den Erzählungen der vier Überlebenden besonders fasziniert, ist die Lebhaftigkeit ihrer Ausführungen. Denn die Jahre im Untergrund waren nicht allein eine Zeit in Angst und Schrecken, sondern auch die wilde Jugend, auf die mit funkelnden Augen zurückgeblickt wird. Im Spektrum der Holocaust-Überlebenden erscheinen die vier fast schon als Privilegierte, weil sie eine zwischenmenschliche Hilfe erfahren haben, die Millionen anderen verwehrt geblieben ist.«
Martin Schwickert, epd film, Frankfurt/Main

»Im Falle eines solchen Films von so etwas wie Unterhaltsamkeit zu sprechen, würde den Sinn und Zweck des Projekts ad absurdum führen. Trotzdem lässt sich im Falle von ›Die Unsichtbaren‹ eine beachtliche Kurzweil ausmachen, sodass es Räfles Film später leicht haben wird, als Unterrichtsmaterial in Geschichtsstunden zu funktionieren. Das Leinwandgeschehen reißt bei aller Tragik nämlich so sehr mit, dass man – selbst mit dem Wissen um den Ausgang der Geschichte – zu jedem Zeitpunkt an den Befindlichkeiten der Figuren teilhat, mit ihnen mitleidet und ihnen in ausweglosen Situationen die Daumen drückt. Ohne einen belehrenden Zeigefinger kommt ›Die Unsichtbaren‹ als modern und technisch hochwertig inszeniertes, aufklärendes Zeitdokument daher, das einfach nur zeigt, wie es wirklich war.« 
Antje Wessels, wessels-filmkritik.com, Hamburg

 



zuletzt aktualisiert am 29.11.2017

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