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Offline – Das Leben ist kein Bonuslevel

Deutschland 2016

 

 

»Klickzahlen bedeuten heute alles. Hast du Klicks, hast du Geld. Hast du keine Klicks, gehst du ganz schnell den Bach runter. Dann brauchst du ein Comeback, ein neues Image.« So kurz und klar wird Jan verklickert, warum es real so wichtig ist, beim Online-Gaming nach Macht und virtuellem Besitz zu streben. Jan ist in »Uthgard« einer der ganz Großen: 800 Mana-Punkte spirituelle Energie, dazu 400 Power-Punkte und noch zwei für Charisma. Beim bevorstehenden Jahresturnier, dem » Ragnarök«, gilt er als Top-Favorit, gemeinsam mit seinem Partner »Gotrax«. Doch kurz vor dem Super-Ereignis führt ein Hacker-Angriff zum Super-Gau: »Du bist raus, Fenris!« Wenn die Mühe von Monaten nicht vergebens gewesen sein soll, dann muss Jan jetzt offline handeln. Die erste große Überraschung begegnet ihm in der Softwarefirma, wo er ganz real auf seinen ebenfalls gehackten Spielpartner trifft: »Gotrax« ist ein – ziemlich lautes, anstrengendes, blauhaariges – Mädchen! In ihrer Not vereint, ziehen sie los, um dem Hacker das Handwerk zu legen. Welch' eine Offenbarung wird ihnen das Leben und die Natur da draußen, mit Bergen und Bäumen, Wasserfällen und Lagerfeuer. Reale Hindernisse, reale Gefühle, reale Erfahrungen – bis es zum virtuellen »Endgame« kommt.

Selbst wenn das gute Ende vorhersehbar ist, überzeugt »Offline« mit Qualitäten, die auch Online-Spiele brauchen: gute Geschichte, starke Charaktere, überraschende Wendungen – und bei allem Spiel vor allem die Herausforderung des Geistes.

Fotos: Little Dream Entertainment, Köln


 

Themen

(erste) Liebe, (Online-)Spielsucht, Abenteuer, Anerkennung, Bewährungsproben, Computerspiele, Cybercrime, Eifersucht, Freundschaft, Herausforderung, Identität, soziale Netzwerke, Sozialprestige, Sucht, Vertrauen, Werte, Zusammenhalt

 

Fächer

Deutsch, Kunsterziehung, Lebensgestaltung-Ethik-Religion, Psychologie, Sozialkunde

 

Kritikerstimmen

»Das Kinofilmdebüt des Regisseurs Florian Schnell taucht überraschend kreativ und humorvoll in die Gedanken- und Erlebniswelt eines leidenschaftlichen Computerspielers ein. Es begleitet den Teenager mit satirischem Witz, aber auch voller Sympathie auf einem Abenteuertrip, den er ohne seinen geliebten Avatar in der realen Welt meistern muss. Der pfiffige Einfallsreichtum auf inhaltlicher und stilistischer Ebene sorgt für ein ungewöhnliches Filmvergnügen.«
Bianka Piringer, spielfilm.de, Nierstein

»Das Besondere an Schnells Film ist sein verspielter Charme, sein pointiertes, aber doch nicht zu verkopftes Variieren eines klassischen Konzeptes. Waren es früher Bücherwürmer oder sonstige Einsiedler, die im Laufe einer Filmhandlung aus ihrem Kokon gerissen wurden und ihr theoretisches Wissen in die Praxis umsetzen mussten, ist es hier ein Gamer, der sich bestens in virtuellen Welten auskennt, jedoch große Probleme hat, in der Wirklichkeit hinter die Fassade anderer Menschen zu schauen.«
Michael Meyns, diezukunft.de (Die Welt von morgen in Science & Fiction), München

»Das Experiment, Elemente der beiden Medien Film und Game miteinander zu vermischen, gelingt auch an vielen anderen Stellen. Immer wieder schlüpfen die Figuren in ihre Alter Egos und sorgen dabei nicht nur bei Hardcore-Zockern für beste Unterhaltung […] Für die Protagonisten wird der Ausflug in die Realität zu einer Unternehmung voller skurriler Begegnungen, auf der vor allem der schüchterne Jan eine nachvollziehbare Entwicklung durchmacht. Aus dem Zocker wird ein Held – und zwar nicht nur als Fenris im Rollenspiel. Dabei zuzuschauen ist so kurzweilig, dass der Film nicht nur für Zocker und Gamer empfehlenswert ist, sondern auch für alle anderen Kinogänger.«

Christian Schwarz, SR1.de (Europawelle), Saarbrücken

»›Offline‹ versucht keineswegs, die Spiele-Freaks zu diskreditieren oder lächerlich zu machen. Vielmehr wirkt das Ganze wie der selbstironische Blick eines Gamers auf sich selbst. Peinliche und bisweilen verstörende Momente gibt es aber dennoch. Der reichlich überzogene ›Yo-Bro‹-Jugendslang von Deniz in einer der ersten Szenen des Films sollte euch aber keinesfalls dazu verführen, vorzeitig den Kinosaal zu verlassen. Tatsächlich zielt ›Offline‹ langfristig darauf ab, eine Balance zwischen der Bedeutung des echten Lebens und der für Gamer nicht zu verleugnenden Bedeutung ihres liebsten Hobbys herzustellen, ohne jemals mit dem erhobenen Zeigefinger zu arbeiten.«
Benjamin Braun, gamersglobal.de, Haar

»›Öfter mal an die frische Luft gehen‹. Denn die Natur ist natürlich viel schöner als jedes Computerspiel. Viele junge Zuschauer werden spätestens hier merken: Der Film gibt sich eine Riesenmühe, ihnen etwas beizubringen. Das nervt. Auch wenn der Film anerkennt, dass Spiele ein wichtiger Teil der Jugendkultur sind, letztlich zeigt er Gaming nur als eine Vorstufe zum restlichen Leben.«
Sebastian Meineck, Der Spiegel, Hamburg

»Die Inszenierung vermischt die beiden Welten, indem Jans Alltagsleben wie ein digitales ›Adventure‹ inszeniert wird, mit eingeblendeten Statusmeldungen, Antwortmöglichkeiten und anderen Spielereien. Arg viel mehr als das ist dies aber nicht. Philosophisch Hintergründiges oder eine kritisch-wägende Auseinandersetzung mit dem Thema Onlinespielsucht sollte man von ›Offline‹ nicht erwarten. Regisseur und Drehbuchautor Schnell nähert sich dem Thema in Gestalt einer Komödie auf lockere, unverkrampft spielerische Weise mit klaren, griffigen Botschaften: Das wahre Leben ist noch immer das, was zählt. Und das ist vor allem Freundschaft. Computerspiele können trotzdem höllisch Spaß machen. Daran ist auch nichts verkehrt.«
Stefan Volk, film-dienst, Bonn



zuletzt aktualisiert am 12.06.2017

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