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Blöde Mütze!

Deutschland 2007

 

 

Das Leben kann so kompliziert sein – wenn man in eine neue Klasse kommt und einen zum ersten Mal die Liebe erwischt. Bisher verlief das Leben des zwölfjährigen Martin in geordneten Bahnen, er kam klar mit den Eltern, der Schule, den Gefühlen. Aber nun, da ihn der Klassenrabauke Oliver wegen seiner Baseballkappe »blöde Mütze« nennt, ihm gar eine mit der Faust verpasst, muss der eher kleine Martin über sich hinauswachsen. Die Rivalität der beiden Jungs ist nicht ohne Grund: Der eine hatte den anderen beim Klauen erwischt und versehentlich verpetzt. Klar, dass Oliver sauer auf Martin ist. Außerdem stört ihn gewaltig, dass sich die »blöde Mütze« zwischen ihn und ein Mädchen zu drängen scheint, mit dem er doch bisher ging.
Der Ärger ist vorprogrammiert, aber Martin beginnt zu kämpfen: erst um Silke und gegen Oliver, bald aber um die Freundschaft von beiden. Denn Martin ist klug genug zu spüren, dass Olivers ruppiges Gehabe eine Menge Sorgen und Verletzungen verdeckt: Die Mutter will ihre Familie verlassen und zum Freund ziehen, der Vater ertränkt seinen Kummer im Alkohol. Aber auch die selbstbewusste Silke und der eigentlich wohlbehütete Martin haben zuhause ihren Ärger. Es braucht Zeit und einige Klarheit, bis die drei merken: Ihre Rivalitäten, ihre Beziehung und die Probleme mit den Eltern werden sie letztlich nur als Freundes-Trio meistern.

Hochgelobt und vielfach ausgezeichnet: ein Jugendfilm mit Feingefühl und Zwischentönen.

Das Buch zum Film: »Blöde Mütze!« von Thomas Schmid. Buch&media GmbH, München 2011. Taschenbuch 116 Seiten, mit Farbbildern aus dem Film, ISBN 13: 978-3-86906-161-0. 9.90 Euro.

Fotos: © farbfilm Verleih



 

Themen

(erste) Liebe, Außenseiter, Erwachsenwerden, Familie, Freundschaft, Identität, Literaturverfilmung, Pubertät, Rivalität und Zusammenhalt, Selbstvertrauen, Toleranz, Vater-Sohn-Beziehung, Verantwortung, Vorurteile

 

Fächer

Deutsch, Lebensgestaltung-Ethik-Religion

 

Kritikerstimmen

»Man muss sich dies sehr deutlich vor Augen führen: ›Blöde Mütze!‹ ist ein Kinderfilm, der amüsant, charmant, auch spannend unterhält und etwas zu sagen hat – und das, obwohl er sich an keine marktgängigen (Verwertungs-)Formate und Trend-Themen anlehnt […] Es ist fast schon eine Kunst für sich: einen sonnendurchfluteten Film aus der ›Provinz‹ so natürlich und unprätentiös erscheinen zu lassen und doch zu einer für Kinder relevanten Substanz vorzudringen.«
Horst Peter Koll, film-dienst, Bonn 

»Ein beeindruckender, lebensnaher Kinderfilm […] Alle Charaktere sind sorgfältig und nie verzerrt gezeichnet. Die Kinderdarsteller überzeugen genauso wie die Erwachsenen-Schauspielerriege von Inga Busch bis Andreas Hoppe. Sommerliche Bilder vom geheimen Treffpunkt der Kinder, einem tümpeligen ehemaligen Badesee, verströmen Ferienlaune. Sie zeigen: irgendwie geht es immer weiter, wenn man Freunde findet, auf die man sich verlassen kann.«

Ina Hochreuther, Stuttgarter Zeitung

»Endlich, endlich hat es ein deutscher Kinderfilm mal wieder geschafft, eine humorvolle Geschichte aus Kindersicht zu erzählen, ohne die Erwachsenenfiguren zu Pappkameraden oder Lachnummern zu degradieren. Johannes Schmid gelingt es, die Balance zu halten zwischen den Anliegen der Eltern, die meist das Beste für ihre Sprösslinge wollen, aber oft daneben greifen, und den Interessen der Kinder, die endlich auf eigenen Füßen stehen wollen.«
Reinhard Kleber, filmecho/filmwoche, Wiesbaden

»Da sich Schmid Zeit für seine drei Hauptdarsteller als Einheit nimmt und den Fokus auf ihre gemeinsame Entwicklung legt, folgt man ihnen gerne auf die erste Stufe der Adoleszenz: Erste Liebe und bewußte Verstöße gegen die Regeln der Eltern – die verblüfft feststellen müssen, daß ihre Erziehung Früchte trägt: in einem freien Geist.«
Jakob Stählin, Schnitt – Das Filmmagazin, Köln

»Schmids souveräne Inszenierung ist geprägt von Humor, Feingefühl und Liebe zu den Figuren − so bleibt die Geschichte stets unterhaltsam, wirkt authentisch und weckt bei Eltern und Kindern gegenseitiges Verständnis. Kurz gesagt: ein Glücksfall für das deutsche Kino. Mütze, pardon, Hut ab!«
Marco Schmidt, Hamburger Morgenpost

»So geht es um die erste Liebe und den ersten Liebeskummer, Alkoholismus, die Nöte von Scheidungskids, Ehekrach und darum, dass man selbst mit den liberalsten Eltern nicht immer einer Meinung sein kann – ein existenzieller Crashkurs in 90 Minuten.«
David Denk, taz, Berlin

»Ist das Schweden? Es gibt versteckte Seen, eine sanft modellierte Landschaft und Straßen, die aus einem verschlafenen Örtchen direkt ins Weite führen. Hier spielt eine Dreiecksgeschichte, die ein bisschen an skandinavische Kinderfilme erinnert. Doch ›Blöde Mütze!‹ ist eine deutsche Produktion.«

Andrea Huber, Berliner Morgenpost

»Schon beim Abspann gab es viel Beifall […] Ein Mädchen entdeckte für sich, wie verschieden diese Film-Eltern doch seien: ›Ich dachte, sie wären alle gleich.‹«
Aus einem Bericht über eine FILMERNST-Veranstaltung mit »Blöde Mütze!« in Potsdam 2008




zuletzt aktualisiert am 15.11.2016

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