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Die Truman Show
The Truman Show

USA 1998

 

 

Fast elftausend Tage läuft sie bereits – die »Truman Show«, ohne dass der wichtigste Mann je mitbekommen hätte, Hauptdarsteller eines täglichen, rund um die Uhr ausgestrahlten Live-TV-Experiments zu sein. Der 10909. Showtag beginnt für Truman Burbank wie immer: Er verabschiedet sich von seiner vermeintlichen Ehefrau Meryl, grüßt gutgelaunt die Nachbarn und macht sich auf den Weg zur Arbeit. Alles scheint normal, bis wie aus dem Nichts ein Scheinwerfer neben Truman zu Boden kracht. Im Radio wird zwar rasch gemeldet, ein Flugzeug hätte ein paar Teile direkt über dem idyllischen Seahaven verloren, aber Truman hat leise Zweifel. Schon seit längerem kann er sich des Gefühls nicht erwehren, etwas könnte faul sein in seiner ach so perfekten Welt. Abends gesteht er seinem besten Freund, dass er weg möchte. Das um so mehr, als die Kette merkwürdiger Geschehnisse nicht abreißt…
In einer mit zahllosen Monitoren ausgestatteten Kommandozentrale verfolgt Christof jede Bewegung Trumans, um sie mit raffinierten Schnitten und live eingespielter Musik nach allen Regeln der Fernsehkunst zu inszenieren. Christof ist der heimliche Herrscher über Truman, er ist der Schöpfer und Regisseur der »Truman Show«. Seit fast 30 Jahren – seit Trumans Geburt –  ein Feldversuch der Superlative: beobachtet und aufgezeichnet von 5000 Kameras, live übertragen in 120 Länder, am Bildschirm verfolgt von bis zu 1,7 Milliarden Neugierigen. Alle Mitwirkenden der Show sind gut bezahlte Schauspieler; Seahaven ist ein gigantisches Studio, das Leben eine einzige Täuschung. Nur Truman ist echt und beginnt endlich zu rebellieren. Christof aber will sein gewinnträchtiges ›Kunstwerk‹ nicht preisgeben, außerdem könne Truman, wann immer er wolle, auch gehen, denn »dort draußen ist es genauso wie hier«. Einige Tage später ist Truman tatsächlich verschwunden und keine der Kameras hat seine Flucht dokumentiert.
Die Grenzen des Fernsehens als die Grenzen der Realität oder: keine Bilder, keine Welt?

Jim Carrey begeisterte als ahnungsloser Truman Burbank sowohl Kritiker als auch Publikum; der Film von Peter Weir ist eine der treffendsten und bissigsten Satiren auf die von Medien geschaffene, geprägte und vielfach verzerrte Realität. Heute nicht weniger aktuell als im Entstehungsjahr 1998.


 

Themen

Emanzipation, Fernsehen, Identitätswechsel, Medien, Realität

 

Fächer

Deutsch, Englisch, Kommunikation und Technik, Kunsterziehung, Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde, Musik, Philosophie

 

Kritikerstimmen

»Der Zuschauer wird zum Voyeur der Voyeure bei Trumans allmählicher Entdeckung einer alternativen Realität. Brillant inszeniert und gespielt, nimmt der Film Medienmanipulation, Konformismus und Kommerzialisierung aufs Korn, scheut aber auch vor existentiellen Fragestellungen nicht zurück.«
film-dienst, Köln

»…eine durchaus philosophische Meditation zur Frage nach der Möglichkeit eines richtigen Lebens im falschen … Truman taugt zum Idol dieser voll und ganz infantilisierten Welt, die sich, wie man in immer wieder eingestreuten Zwischenschnitten sehen kann, nahtlos jenseits der Bildschirme fortsetzt.«
Ekkehard Knörer, jump cut

»Truman Burbank… erlebt seine Flucht aus der ›Truman Show‹ als Befreiung. Die realen Bürger, Wähler und Fernsehzuschauer dagegen suchen immer mehr den Weg in die Medien hinein. Partizipative Formate wie Game- und Talkshows oder Doku-Soaps verzeichnen einen ungebrochenen Zulauf, der die Maxime des Medienzeitalters – ›ich werde gesendet, also bin ich‹ – Tag für Tag eindrucksvoll bestätigt…«
Andreas Dörner, taz Berlin



zuletzt aktualisiert am 11.03.2016

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