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Elser – Er hätte die Welt verändert

Deutschland 2015

 

 

Sein Zeichen hätte zum Fanal werden können: Um nur 13 Minuten verfehlt die Zeitzünder-Bombe, die Georg Elser am Abend des 8. November 1939 im Münchner Bürgerbräukeller deponierte, ihr Ziel. Adolf Hitler, der hier wie jedes Jahr vor tausenden Parteigenossen eine Rede hält, hatte vorzeitig den Saal verlassen. Auf der Flucht in die Schweiz wird Elser festgenommen und nach Berlin überstellt. In der Gestapo-Zentrale verhört, erpresst und grausam gefoltert, gesteht Elser den Anschlag auf den Führer als Tat eines einzelnen: Ganz ohne Komplizen, in monatelanger Kleinarbeit und mit großem technischem Geschick hat der eigentlich unpolitische, lebensfrohe Handwerker vom Bodensee das Attentat geplant und realisiert – weil er Hitler und dem von ihm entfesselten Krieg etwas entgegensetzen wollte. 

Die in eindringlichen Bildern erzählte Geschichte von der Zivilcourage eines einfachen Mannes, der am Ende scheitert, aber Geschichte schreibt.

Fotos: NFP marketing & distribution, Berlin


 

Themen

(christlicher) Glaube, (deutsche) Geschichte, Außenseiter, Drittes Reich, Freundschaft, Gedenkkultur, Geschichtskultur, Gewissenskonflikt, historische Quellen, Idealismus, Liebe, Moral, Nationalsozialismus, Religion, Schuld, Tyrannenmord, Vorsehung, Werte, Widerstand, Zivilcourage

 

Fächer

Deutsch, Geschichte, Lebensgestaltung-Ethik-Religion, Politische Bildung

 

Kritikerstimmen

»›Elser‹ […] geht in seiner Emotionalität unter die Haut, weil Oliver Hirschbiegel nicht mit Klischee-Nazis hantiert und einem läppischen Gut-Böse-Duell mit bekanntem Ausgang, sondern behutsam die Personen differenziert porträtiert. Hirschbiegel […] hat einen bedenkenswerten, beeindruckenden ›Unterhaltungsfilm‹ geschaffen, der auch für das Schulkino von erheblichem Interesse sein sollte.«
Hans-Ulrich Pönack, Deutschlandfunk, Berlin

»›Elser - Er hätte die Welt verändert‹ konstruiert weder das Bild einer verführten Nation, noch versucht der Film, einen guten Deutschen als exemplarische Figur hinzustellen. Unmissverständlich macht er klar, dass Elser die Ausnahme gewesen ist. Seine Folterer bekommen den Auftrag, aus ihm herauszupressen, wer die Hintermänner des Attentat gewesen sind. Ruhig versucht Elser ihnen zu erklären, dass einer wie er im Deutschland des Jahres 1939 mit seinem Plan allein bleiben musste: ›Und Sie werden lachen. Es hätte auch niemand mitgemacht‹.«
Benjamin Moldenhauer, Der Spiegel, Hamburg

»So gelingt Hirschbiegel das markante Porträt eines Querkopfs, doch ›Elser‹ ist weit mehr als eine individuelle Entwicklungsgeschichte. Ebenso große Beobachtungskraft setzt der Film nämlich dort frei, wo es um Zeitgefühl, die mitunter schwer greifbare Aura und das Flair von Epochen geht […] Christian Friedel ist als Elser ein bescheidener Held, einer, der nicht der historischen Berufung folgt, sondern der inneren Stimme seines Gewissens. Auch darin setzt ihm Hirschbiegel ein würdiges Denkmal. Und der allzu seltenen Eigenschaft, für die dieser Mann steht: der Zivilcourage.«
Frank Olbert, Berliner Zeitung

»Was macht so einen Film, dieses so tragisch wie grotesk gescheiterte Heldenleben aushaltbar? Es sind die Rückblenden in die schwäbische Heimat und die frühen dreißiger Jahre, es ist Elsers Liebesgeschichte mit eben jener Elsa, die aus ihrer dumpfen Ehe zu dem romantischen Musikanten ausbricht und der der Film einige schlichtweg zauberhafte Szenen verdankt.«
Jan Schulz-Ojala, Der Tagesspiegel, Berlin

»Der Film entlarvt mit dem Werdegang seiner Hauptperson auch den deutschen Lieblingsmythos, von wegen man habe nichts gewusst. Wie Elser, der aus einfachsten Verhältnissen stammte, hätte jeder mitbekommen können, dass Kommunisten verhaftet und Juden ausgegrenzt wurden und auch, dass Deutschland in großem Stil Aufrüstung betrieb […] So wird Elser nicht zuletzt dank des hervorragenden Spiels von Christian Friedel zu einer faszinierenden, vieldeutigen Figur, über die man noch weit mehr erfahren möchte.
Barbara Schweizerhof, epd film, Frankfurt/Main

»Burkhard Klaußner in diesem Moment der Wahrheit zuzuschauen, ist atemberaubend; zu sehen, wie seine Miene versteinert, wie sich darin gewissermaßen das ganze Wissen um die Niedertracht des Systems spiegelt und dann in Abwehr umschlägt. ›Abholen!‹, ist alles, was dieser Mann in diesem Augenblick noch sagen kann, den die Nazis kurz vor Toresschluss noch hinrichten ließen, weil er sich in der Hoffnung, glimpflich davon zu kommen, auf die Seite des Widerstands geschlagen hatte. Nebe wurde in Plötzensee gehenkt, auch das zeigt Hirschbiegel unnachgiebig realistisch.«
Barbara Möller, Die Welt, Berlin



zuletzt aktualisiert am 13.01.2016

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