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About a Girl

Deutschland 2015

 

 

Wer sein Alter mit »fünfzehndreiviertel« angibt, steckt noch klaftertief in der Pubertät. Der muss Erwachsene schon aus Prinzip furchtbar peinlich finden und den Schul- sowie Familienalltag höchst anstrengend bis absolut lästig. Charleen aber bereichert das allgemeine Gefühl jugendlicher »Bocklosigkeit« noch um eine ganz individuelle Note: die Lust am Morbiden. Ihr Fotoalbum versammelt Aufnahmen verendeter Tiere, sie liebt die Songs früh verstorbener Rockmusiker, bewirbt sich beim Bestattungsunternehmen um einen Praktikumsplatz. Klar doch, dass sie im Sarg schon mal probeliegt. Dass alles nicht so verzweifelt ernst gemeint sein kann, wie es Charleens Gesichtsausdruck vermuten lässt, beweist ihr völlig missglückter Suizidversuch in der Badewanne. Zum Glück klingelte das Handy und die Pubertät geht weiter – nun mit ärztlicher Begleitung. Beim Therapeuten trifft sie zu ihrer großen Überraschung auf einen jungen Bekannten, den Klassen-Nerd Linus. Mit dieser Begegnung aber nimmt Charleens düstere Weltanschauung allmählich eine helle Wendung, kriegt das Leben erstaunlich viel Sinn. Erwachsenwerden ist vielleicht nicht immer ein Vergnügen, dieser Film dagegen schon.

Fotos: NFP marketing & distribution, Berlin


 

Themen

(erste) Liebe, Außenseiter, Erwachsenwerden, Familie, Familien- und Generationsbeziehungen, Freundschaft, Gefühle, Identität, Komik, Komödie, Pubertät, Selbstfindung, Selbstmord, Sterben, Tod, Vorurteile, Witz

 

Fächer

Deutsch, Lebensgestaltung-Ethik-Religion, Musik, Psychologie

 

Kritikerstimmen

»Der Film besticht durch sprachliche Komik, durch seltsame Typen und Slapstick, gewürzt mit einem Hauch Monstrosität. Er erschließt die Wirklichkeit seiner Protagonistin in ihren absurden Momenten, in Sein und Schein, überzeichnet die Figuren und stellt sie in charakteristische, sehr sorgfältig ausgestattete Räume.« 
Heidi Strobel, Kinder- und Jugendfilm Korrespondenz, München

»An ›About a Girl‹ (der Titel ist keine billige Hornby-Anleihe, sondern stammt von einem Cobain-Song) stimmt alles. Von den Dialogen über die Bilder und den eigens für diesen Film komponierten Soundtrack bis zur Besetzung. Geradezu meisterhaft aber ist es, wie Monheim seine Geschichte zwischen dem Komischen und dem Tragischen ausbalanciert.« 
Barbara Möller, Die Welt, Berlin

»›About a Girl‹ ist ein Suchen nach dem Fehler im System. Monheim macht das unsystematisch, und das ist gut. Noch spannender ist dieses Gefühl, das sich nach und nach breitmacht: Der Suizidversuch passt rein in das gezeigte Leben und fällt doch gleichsam raus. Irgendwie ergibt er Sinn. Und dann wieder gar nicht. Das ist verstörend. Darin liegt die Intelligenz dieses Films.«
Carolin Weidner, Der Spiegel, Hamburg

»Regisseur Monheim […] will ohne penetrante Pädagogik das Leben bei der Arbeit zeigen und versucht dabei, Charleens Wahrnehmung zu visualisieren. Mit teeniehafter Dramatik imaginiert sie morbide Todesfälle und kommentiert ihr Leben aus dem Off. Um die Ecke gedachte Dialoge überraschen mit feinem Humor. Nett ausgedacht sind besonders Charleens Sitzungen beim Psychiater, dessen Weisheiten auch die Lebensmaximen ihrer geliebten Großmutter sind.« 
Birgit Roschy, epd film, Frankfurt/Main

»Eine überzeugende Filmfigur wird Charleen mit einer ziemlich reifen Lebensphilosophie, zu der sie gelangt: Dass das Leben und der Tod nämlich auch im Alltag eine Einheit bilden. Ob man will oder nicht. Empfehlenswert.« 
Hartwig Tegeler, Deutschlandfunk, Köln

»Authentische teenage depression: Jahrelang haben Rehbock und Monheim am Skript gefeilt. Seinem Spielfilmdebüt merkt man diese Sorgfalt an: Das ernste Thema wird mit federleichtem Esprit behandelt, ohne je ins Alberne abzugleiten. Der Alltag in der middle class patchwork-Familie ist genauso präzise beobachtet wie im Klassenzimmer. Dezente Gags werden sparsam dosiert; alles bleibt wunderbar kunstvoll in der Schwebe.«
Swantje Seberg, filmundkunst.de 

»Sein ungewöhnliches Tempo verdankt der Film vor allem den Dialogen. Gemeinsam mit Martin Rehbock hat Monheim ein sehr pointiertes Drehbuch verfasst. Der rabenschwarze Wortwitz mit einem leichten Hang zum Sarkastischen ist gerade im Bereich des deutschen Jugendfilms eher selten anzutreffen.« 
Patrick Wellinski, Deutschlandradio Kultur

»Die Dramödie über Teen­ager-Suizide ist trotz des ernsten Themas erstaunlich leicht und locker, verzichtet aber auch nicht auf düstere Zwischentöne. Sehr komisch und effektvoll sind die visualisierten Gewaltfantasien von Charleen, die mitunter an Monty-Python-Gags erinnern. Mark Monheim erweist sich als große Regiehoffnung, und Jasna Fritzi Bauer wird das Publikum bezaubern.« 
CINEMA, Hamburg





zuletzt aktualisiert am 09.12.2015

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