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Wintertochter

Deutschland, Polen 2011

 

 

Inhalt

Ausgerechnet Heiligabend erfährt die zwölfjährige Kattaka von ihrer hochschwangeren Mutter, dass ihr Vater Daniel gar nicht ihr leiblicher Vater ist. Dieser heißt Alexej und ist Matrose auf einem russischen Containerschiff, das gerade im polnischen Szczecin vor Anker liegt. Zu Hause ist er in Wladiwostok, verheiratet, mit zwei Söhnen. Bitter enttäuscht von der jahrelangen Lüge, will Kattaka unbedingt zu Alexej – einfach um ihm zu sagen, dass es sie gibt. Als verständnisvolle Begleitung bietet sich die benachbarte Rentnerin Lene an. Gemeinsam machen sie sich in einem klapprigen Barkas auf den Weg. Kaum unterwegs, entdecken sie als ›blinden Passagier‹ Kattakas altklugen Freund Knäcke, der sich das Abenteuer nicht entgehen lassen will. Im Ostsee-Hafen angekommen, hat das Containerschiff schon nach Gdansk abgelegt. Lene lässt sich von Kattaka zur Weiterfahrt überreden, letztlich führt sie die Reise in die Masuren, Richtung Olsztyn, das früher einmal Allenstein hieß. Es ist die Heimatstadt von Lenes Familie, aus der sie zum Ende des Zweiten Weltkrieges unter dramatischen Umständen fliehen mussten. Auf der Suche nach Identität und den eigenen Wurzeln muss sich die behutsam wachsende Freundschaft zwischen Kattaka und Lene bewähren.

Mit Originalität, Leichtigkeit und Humor verbinden sich individuelle Schicksale, Vergangenheit und Gegenwart in einer berührenden, Generationen übergreifenden Geschichte.

Fotos: Zorro Filmverleih


 

Themen

(deutsche) Geschichte, (erste) Liebe, Abenteuer, Erwachsenwerden, Familie, Familien- und Generationsbeziehungen, Flucht/Vertreibung, Freundschaft, Generationskonflikt, Heimat, Identität, Kriegsfolgen, Polen, Roadmovie, Selbstfindung, Trauer und Tod, Verantwortung, Vertrauen, Vorurteile, Zeitgeschichte

 

Fächer

Deutsch, Geschichte, Lebensgestaltung-Ethik-Religion, Politische Bildung, Polnisch, Sozialkunde

 

Kritikerstimmen

»›Wintertochter‹ ist – endlich wieder einmal! – ein ambitionierter deutscher Film für Kinder, der sich nicht den Marktgesetzen des flott erzählten, allzu oft belanglosen Family-Entertainment beugt, sondern sein junges Publikum (nach einem über Jahre hinweg sorgfältig entwickelten Originalstoff) auf eine spannende und unterhaltsame, zugleich auch vielschichtige und anspruchsvolle Reise mitnimmt. […] Dass dies dabei nie zum pädagogisch steifen Thesenfilm gerinnt, sich vielmehr selbstbewusst als mal anrührendes, mal komisches, ebenso poetisches wie abenteuerliches Road Movie mit kraftvoll gezeichneten (Haupt-)Figuren, fulminanten Bildern und einer dramaturgisch geschickt eingesetzten Musik entwickelt, das ist der ganz große Verdienst des Films. 
Horst Peter Koll, film-dienst, Bonn

»›Wintertochter‹ ist spannende Unterhaltung für Erwachsene wie für ihre Kinder, ein bewegendes, auch mitunter witziges Drama, und einfach ein sehr guter Film. Ein Road-Movie aus Deutschland, der die Weiten, die Hollywood im US-Westen findet, zwischen Danzig und Stettin und auf der masurischen Seenplatte entdeckt. Der von Geschichte, vom Leid und Erinnerung erzählt, ohne mit pädagogischen Zeigefinger und vor allem ohne versteckte politische Agenda, oder gar geschichtsrevisionistische Absichten.« 
Rüdiger Suchsland, artechock, München

»Selten kommt es vor, dass ein Regisseur es wagt, einen Kinderfilm zu drehen, der ohne modische Anbiederungen allein auf seine Geschichte und die Überzeugungskraft seiner Bilder vertraut. Johannes Schmid aber ist so ein Glücksfall für das Genre, wie er vor drei Jahren schon mit seinem sympathischen Debütfilm ›Blöde Mütze!‹ bewiesen hat. Mit ›Wintertochter‹ ist Schmid noch einen Schritt weitergegangen und hat ein Familien-Roadmovie voller ruhiger Momente gedreht. Mit eindrucksvollen Bildern polnischer Städte, riesiger Hafenanlagen und ausgedehnter winterlicher Landschaften kann der Film vor allem auch ästhetisch auftrumpfen.«
Marius Nobach, Süddeutsche Zeitung, München

»Dem in Deutschland fast in Vergessenheit geratenen Melodram verhilft Schmid zu ganz neuen Tönen. Auch gelingt ihm die schwierige Balance zwischen heiterer Ironie und ernster Gefühlsaufwallung so gut, dass man sich wünschen möchte, irgendjemand würde ihn bald einmal mit einem der großen Stoffe des Genres betrauen, die im Augenblick so niveaulos in den daily-soaps des deutschen Fernsehens versenkt werden.«
Josef Schnelle, Deutschlandfunk, Köln

»Hiernach ist ›Wintertochter‹ elegisch und ernsthaft, selten salopp oder ulkig. Das ausgewogene Drehbuch und das Spiel der Protagonisten halten das Schiff dennoch oder gerade deshalb auf Kurs. Daß man am Schluß ein wenig der Glückseligkeit anheimfällt, sei bei dem Vorlauf verziehen und mag auch dem Rahmen der Geschichte geschuldet sein. An Weihnachten erzählt man schlußendlich ungern aus der Hölle.«
Heiko Martens, schnitt – Das Filmmagazin, Köln

»Schmid packt eine Menge Stoff in ›Wintertochter‹: Vater-Tochter-Drama, Road- und Buddy-movie, Vertriebenenschicksal und obendrauf noch eine dezent angedeutete deutsch-polnische Liebesgeschichte. Dabei bleibt notgedrungen einiges schematisch. Dennoch ist Schmid ein runder Jugendfilm gelungen. Schön ist vor allem die Atmosphäre: graublaue Nächte, knarzende Schiffe im riesigen Danziger Industriehafen, lange Fahrten durch weißverwirbelte Alleen und zum krönenden Abschluss ein richtiger Sturm.« 
Hendrike Bake, zitty, Berlin



zuletzt aktualisiert am 19.03.2014

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