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El Abrazo Partido
Die gespaltene Umarmung

Argentinien, Frankreich, Spanien 2004

 

Ariel ist 28 Jahre alt, lebt getrennt von seiner Freundin, hat ein Architektur-Studium abgebrochen und verbringt sein Leben in einer kleinen, leicht heruntergekommenen Ladenpassage in der Innenstadt von Buenos Aires. Seine Mutter betreibt hier einen Laden für Damenunterwäsche, sein Bruder ist im Import-Export-Handel tätig. Was Ariel treibt, ist nicht so recht klar. Es ist die Zeit der argentinischen Krise, die Geschäfte gehen schlecht, und so beschäftigen sich die Mieter der Galerie hauptsächlich mit sich selbst. In diesem Mikrokosmos treffen die Emigranten Argentiniens aufeinander, darunter Koreaner, Italiener oder jüdische Polen, wie Ariels Mutter. Es ist eine kleine, überschaubare Welt, die Ariel und seinen Altersgenossen freilich keine große Zukunft bietet.
Kein Wunder also, dass viele junge Leute nach ihren europäischen Wurzeln suchen - in der Hoffnung auf einen der begehrten ausländischen Pässe als Schlüssel in eine verheißungsvolle Welt. Ariel hingegen will mehr als nur einen Pass aus Polen, von wo aus seine Großeltern auf der Flucht vor dem Holocaust nach Argentinien kamen. Ariel möchte seiner Familiengeschichte auf den Grund gehen, er möchte wissen, was es mit der Flucht seines Vaters nach Israel auf sich hat. Als der Vater wider Erwarten zurückkehrt, erfährt der Sohn endlich die wahren Gründe für die Trennung seiner Eltern. Es kommt zu der lange ersehnten, längst überfälligen Umarmung von Vater und Sohn. 

Themen
Familienbeziehungen, Vater-Sohn-Konflikt, Generationskonflikt, Identitätsfindung, Selbstvertrauen, Emigration, Migration, jüdische Lebenswelten,  Erinnerungskultur, Argentinien

Fächer
Spanisch, Deutsch, Kunst, Darst. Spiel, LER

Pressestimmen
»Gegen Ende, wenn Ariel vor der Begegnung mit dem leibhaftigen Vater die Beine unter den Arm nimmt, unterlegt Burman diesen Sprint ebenso liebevoll wie sinnfällig mit dem Rhythmus eines Tangos. Gefangen im musikalischen Vor und Zurück, im Wechsel aus künstlichen Verzögerungen und langsamer Annäherung, kann auch Ariel der Umarmung mit der eigenen Geschichte nicht mehr entkommen. So fügt sich in diesem wunderbaren Film alles zusammen, und doch wird nichts versöhnt.«
Birgit Glombitza, Die Zeit, Hamburg


»Burman erzählt also, auf wundervoll leichte und fröhliche Weise, wenn nicht die eigene, so doch eine typische Geschichte seiner Generation. Wundervoll ist daran, dass die Geschichte eigentlich dunkel ist, traurig, unlösbar, depressiv ... Dieser Film ist so traurig wie das Leben. Aber glücklicherweise ist das Leben auch mindestens so komisch wie dieser Film.«
Ulrich Seidler, Berliner Zeitung


»Das Zugleich von vielen Absichten und einigen Rücksichten, kleinen Egoismen und großen Idealen – es ist kaum auszubalancieren im Alltag. Aus Verbindungen werden Verstrickungen und Flucht ist irgendwann keine Hoffnung mehr, sondern eine Befürchtung. Ariel wird umständlich erwachsen, es schmerzt ein wenig, aber zur echten Tragik fehlen ihm die großen Themen. Wie Burman mit leichter Hand ein Generationenbild entwirft, Handlungspartikel in die Ladenstraße streut und sie dann souverän wieder einsammelt, das prägt sich auf stille Weise ein.«
Gunnar Decker, Neues Deutschland, Berlin


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